Kollaboration und Ko-Produktion

    In einem Experimentallabor arbeiten wir seit 2020 in Witten gemeinsam an neuen Wegen der Kunstproduktion: mit der lokalen Stadtgesellschaft und in Erprobung neuer Formen der Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir verstehen Kultur als ein lebendiges Versprechen der Stadt an sich selbst. Um dieses Versprechen auch einlösen zu können, nutzen wir innovative Arbeitsweisen und nachhaltige Methoden, um eine menschenfreundliche und zukunftsfähige Kulturorganisation zu werden. 

    Die COVID-19-Pandemie hat uns darin bestärkt, dass es eine radikale Öffnung der Kulturarbeit braucht und wir die Trias bestehend aus Inhalten, Menschen und Räumen neu verhandeln müssen. Aufgabe der Kulturverwaltung ist daher – mit einem Blick auf das Verständnis von Städten, Institutionen und ihren Räumen als urban commons – Anlässe und Orte für eine neue Form von Gemeinschaft zu schaffen. Der kollaborative Ansatz, der mit dem Kultursommer 2021 erstmals einem breiten Publikum sichtbar gemacht wurde, sichert die Zusammenarbeit von Stadt und ländlichem Raum und bietet eine große Chance für den Erhalt der Kultur insgesamt. 

    Hieraus eröffnet sich ein vollkommen neues Verständnis der kulturellen Daseinsvorsorge und der dahinter stehenden Organisationsstrukturen. Mit unserem Ansatz der Kollaboration als Organisationsform erproben und überprüfen wir, wie Kommunen aus dem ressourcenintensiven Wachstumsnarrativ aussteigen und über eine Reorganisation der Verwaltungsstrukturen neue Wege sowie einen kulturellen und digitalen Wandel hin zu einer nachhaltigen Stadtgesellschaft beschreiten können.