Gedenkveranstaltung 2012 am Ort der ehemaligen Synagoge; Foto: Jörg Fruck

Reichspogromnacht jährt sich zum 75. Mal

Wittener sind zu Mahnwache und Gedenkkonzert eingeladen

Zum 75. Mal jährt sich die Reichspogromnacht, auch Kristallnacht genannt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 haben Anhänger des nationalsozialistischen Unrechtsregimes im damaligen Deutschen Reich jüdische Bürger drangsaliert, ihre Wohnungen und Geschäfte zerstört und Synagogen in Brand gesetzt. Auch in Witten zündeten Nationalsozialisten das 1885 erbaute jüdische Gotteshaus an. Wittener Juden wurden noch in der Nacht in „Schutzhaft" genommen und am folgenden Tag über das Polizeigefängnis Bochum in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt.

Mahnwache beginnt um 17 Uhr – Synagogenstraße kurzzeitig gesperrt

In Erinnerung an dieses rassistisch motivierte Verbrechen, das den Auftakt zur so genannten Endlösung bildete und zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde in Witten führte, rufen die Stadt Witten, das Stadtarchiv / Kulturforum Witten, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Witten, und der Freundeskreis der Israelfahrer e. V. zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge (Breite Straße, Ecke Synagogenstraße) auf. Wie in den Vorjahren werden sich verschiedene Initiativen, Verbände, Parteien, Gruppen und Einzelpersonen sowie das Ruhr-Gymnasium diesem Aufruf anschließen. Tobias Bosselmann (Jahrgangstufe 12 und Schülervertretung des Ruhr-Gymnasiums) wird die diesjährige die Gedenkrede halten. Elif Akgündüz, eine der drei Wittener Schülerinnen, die einen Landessieg im Geschichtswettbewerb 2012/13 des Bundespräsidenten erzielten, wird ebenso einige Gedenkworte sprechen.

Beginn der Mahnwache ist um 17 Uhr. Für die Dauer des Gedenkens ist die Synagogenstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Gedenkkonzert um 18 Uhr in der Johanniskirche – Freier Eintritt

Im Anschluss findet ab 18 Uhr in der Johanniskirche (Bonhoefferstraße) ein Gedenkkonzert statt: Das Wittener Instrumental-Ensemble unter der Leitung von Vladimir Kovalev sowie kurze Lesungen der Wittener Stadtführerin Hildegard Priebel regen zum Nachdenken und Meditieren an und setzen ein Zeichen für Toleranz und kulturelle Vielfalt.

Der Eintritt ist frei; um Spenden wird gebeten. Zu hören sind die Stücke:

  • „Der Tod und das Mädchen" (1824), Streichquartett in d-Moll von Franz Schubert in der Fassung für Streichorchester von Gustav Mahler
  • „Kol Nidrei“ op. 47 von Max Bruch (1880), das Referenz auf das Kol Nidrei-Gebet am Vorabend von Jom Kippur nimmt. (Solist: Alexander Kovalev)
  • „Adagio for Strings“ von Samuel Barber (1938).

Bürgermeisterin, Feuerwehrchef und Sprecher der Freiwilligen FW legen Gedenkkranz nieder

Zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht gehört eine Kranzniederlegung mit ganz eigener Bedeutung: Im 150. Jahr der Wittener Feuerwehr werden Hans-Joachim Donner (Leiter der städtischen Feuerwehr) und Achim Bierhoff (Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr) am Samstag, um 12 Uhr am Ort der ehemaligen Synagoge (Ecke Breite Straße / Synagogenstraße)., gemeinsam mit Bürgermeisterin Sonja Leidemann einen Kranz niederlegen. Die Schleife zum Gedenkkranz trägt das Motto: „Aus Geschichte folgt Verantwortung." (Johannes Rau)

 

Quelle: Presseinformation der Stadt Witten vom 07/11/13 (lk/mkf/he)