Anna Elfriede Möhrke mit ihrem Ehemann Fritz Ferdinand um 1940, Foto: Möhrke, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten

Ein Stolperstein für Anna Elfriede Möhrke geborene Christoph

Verlegung am 12.11.2019, Galenstraße 24, Witten-Mitte

Anna Elfriede Möhrke geborene Christoph kam am 29. Oktober 1890 in Posen im Kreis Samter zur Welt. Sie war seit 1929 Mitglied der KPD. 1933 kandidierte sie für die Stadtverordnetenversammlung in Witten, konnte ihr Mandat jedoch nicht antreten, da die Zuteilung von Sitzen an die gewählten kommunistischen Stadtverordneten für unwirksam erklärt wurde. Nach der Auflösung der KPD war Anna Elfriede Möhrke in der Wittener Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus aktiv. 1935 wurde sie von der Gestapo in ihrer Wohnung verhaftet und zunächst im Gerichtsgefängnis Witten und später in Hamm inhaftiert. Angeklagt wurde sie wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Haftentlassung und fünftägiger Freiheit ergriff die Gestapo sie erneut und nahm sie in „Schutzhaft“ in den Polizeigefängnissen Witten und Bochum. Anschließend wurde sie erst in das Frauen-KZ Moringen bei Hannover und danach in das Frauen-KZ Lichtenburg bei Torgau/Elbe verschleppt. Am 4. Juni 1938 kam Anna Elfriede Möhrke aus dem Konzentrationslager frei und überlebte die NS-Zeit in Witten. Hier verstarb sie am 29. April 1974 im Alter von 83 Jahren.

Das Wittener Friedenforum stiftete den Stolperstein für Anna Elfriede Möhrke und recherchierte zu ihrem Schicksal in der NS-Zeit.


Text: Katharina Boden, red. Bearbeitung Stadtarchiv Witten; Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsurkunden, Verwaltungsbericht der Stadt Witten 1933; Privatsammlung Möhrke; Landesarchiv NRW: Reg. Arnsberg, Nr. 27447, Nr. 27448; Klein, Ralph: „Die Wände waren mit Blut bespritzt ...“. Der „Tränenkeller“ im Schillerlyzeum Witten, Bremen/Wuppertal 2017, S. 51 f.



Bildnachweis: Anna Elfriede Möhrke mit ihrem Ehemann Fritz Ferdinand um 1940 
Foto: Möhrke, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten