Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Martha Schacher geborene Joseph

Verlegung am 12.11.2019, Lutherstraße 34, Witten-Mitte

Martha Schacher geborene Joseph kam am 21. November 1876 in Kettwig, heute Essen, zur Welt. Als sie 1911 in Witten Theodor Schacher heiratete, war sie Verkäuferin. 1912 brachte sie die Tochter Hanna und 1914 den Sohn Alfred zur Welt. Beide Kinder überlebten das Säuglingsalter nicht. Martha Schacher zog 1914 mit ihrem Ehepartner in die Lutherstraße 34. In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Eheleute in ihrer Wohnung vom Nazi-Mob überfallen. Marthas Ehemann wurde im Zuge der Verhaftungswelle jüdischer Männer in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin verschleppt. Martha Schacher hat ihn nach seiner Freilassung aus der KZ-Haft am 14. Dezember 1938 nicht mehr gesehen, denn sie starb an den Folgen des Überfalls durch die Nazis am 6. Dezember 1938 Marienhospital in Witten. Als offizielle Todesursache der 62-Jährigen gab das Krankenhaus „Brandpneumonie und Herz-Kreislaufschwäche“ an. Martha Schacher wurde auf dem Jüdischen Friedhof im Ledderken beigesetzt.

Der Stolperstein für Martha Schacher geborene Joseph wurde vom Lions Club Witten Rebecca Hanf gestiftet.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Zeitzeugenberichte; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 234.



Foto: J. Fruck