Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Berta Wilzig

Verlegung am 12.11.2019, Lutherstraße 25, Witten-Mitte

Berta Wilzig, Tochter der Eheleute Herz genannt Hermann und Henriette Wilzig, wurde am 13. Mai 1910 im Haus Wiesenstraße 15 als jüngstes von sechs Kindern geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern 1912 wohnte sie zeitweise bei ihrer Mutter in Essen. Seit 1925 wieder in Witten lebte sie bei ihrer Großmutter in der Lutherstraße 25. Das Haus gehörte einem Verwandten, der zwischenzeitlich in Dortmund ansässig war. Aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung und der Enteignung jüdischer Bürgerinnen und Bürger wurde Berta Wilzig, weil sie Jüdin war, entmietet und musste im April 1942 in das sogenannte Judenhaus, Hauptstraße 63, ziehen. Im Oktober des Jahres stand für sie erneut ein erzwungener Wohnungswechsel an und sie kam in der damaligen Obdachlosensiedlung Voedestraße in Heven unter. Berta Wilzig sich im Januar 1943 nach Dortmund ab. Von dort wurde sie einen Monat später nach Bielefeld in das „Umschulungslager“ Schloßhofstraße 73a gebracht, das unter ständiger Kontrolle der Gestapo stand. Wenige Wochen später war Berta Wilzig Mitgefangene in dem Deportationszug, der am 12. Mai 1943 von von Bielefeld über Münster in das sogenannte Ghetto Theresienstadt fuhr. Am 16. Mai 1944 wurde Berta Wilzig – gerade 34 Jahre alt – in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Der Stolperstein für Berta Wilzig wurde von der WABE, Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung mbH, gestiftet.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Adressbücher; Stadt Dortmund: Auskunft Einwohnermeldeamt; Minninger, Monika; Meynert, Joachim; Schäffer, Friedrich: Antisemitisch Verfolgte registriert in Bielefeld 1933-45. Eine Dokumentation jüdischer Einzelschicksale, Bielefeld 1985, S. 232; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 281; Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945; Website Statistik des Holocaust, Deportation aus Westfalen nach Theresienstadt 1943-1945.



Foto: J. Fruck