Liesel Katz (links) mit Hannelore Leiser beim Schlittschuhlaufen auf dem Hammerteich um 1935, Foto: Leiser, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten

Ein Stolperstein für Liesel Katz

Verlegung am 12.11.2019, Steinstraße 25, Witten-Mitte


Liesel Katz wurde am 31. Oktober 1926 als jüngstes Kind der Kaufleute Martha und Theodor Katz im Haus Steinstraße 25 in Witten geboren. Als sie 12 Jahre alt war, musste sie die damalige Kleinstadt Witten verlassen. Denn ihre Familie war infolge der rassistischen NS-Politik ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubt worden. Zudem bestand seit Mitte November 1938 für jüdische Kinder das Verbot, eine öffentliche Schule zu besuchen. Liesel Katz hatte somit auch keine Chance mehr auf eine Schulausbildung in Witten, denn die jüdische Volksschule war bereits 1932 aufgelöst worden. Also zog Liesel unfreiwillig im Frühjahr 1939 mit ihren Eltern nach Köln in die Lothringerstraße 39. Drei Jahre später, Anfang Oktober 1942, wurde sie mit ihren Angehörigen ab Köln in das sogenannte Ghetto von Theresienstadt verschleppt. Von dort aus ging am 23. Oktober 1944 ein Deportationszug in das Vernichtungslager Auschwitz, wo Liesel Katz im Alter von knapp 17 Jahren ermordet wurde. Auch in Köln erinnert ein Stolperstein an die ehemalige Wittenerin.


Patinnen und Paten der sechs Stolpersteine vor dem Haus Steinstraße 25 sind: Bündnis 90 Die Grünen, Ortsverband Witten, Piratenpartei Ennepe-Ruhr-Kreis, SPD Ortsverein Witten-Innenstadt und Dr. Jochen Stemplewski. Zwei Stolpersteine stifteten Studierende des IBAM (Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin der Universität Witten / Herdecke).


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Zeitzeugenberichte; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 110; Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.



Bildnachweis: Liesel Katz (links) mit Hannelore Leiser beim Schlittschuhlaufen auf dem Hammerteich um 1935
Foto: Leiser, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten