Alfred Felix Katz mit seiner Schwester Liesel um 1930, Foto: Lindemann, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten

Ein Stolperstein für Alfred Felix Katz

Verlegung am 12.11.2019, Steinstraße 25, Witten-Mitte


Alfred Felix Katz kam am 30. Juni 1923 als Sohn der Kaufleute Theodor und Martha Katz im Haus Steinstraße 25 zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule wurde er Schüler am heutigen Ruhr-Gymnasium. Als Jugendlicher war Alfred Felix Katz Mitbegründer der jüdischen Pfadfindergruppe in Witten. Mit der sozialen Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung aus der Mehrheitsgesellschaft und aus dem deutschen Wirtschaftsleben verloren seine Eltern ihre wirtschaftliche Existenz in Witten. Er selbst durfte – weil er Jude war – ab dem Mitte November 1938 keine „deutsche“ und damit keine öffentlichen Schulen mehr in Witten besuchen. Ende Dezember 1938 beantragte seine Mutter für ihn beim Standesamt in Witten den jüdischen Zwangsvornamen „Israel“, der ab dem 1. Januar 1939 für männliche Juden verpflichtend war. Im April 1939 zog Alfred Felix unfreiwillig mit seinen Eltern und seiner Schwester Liesel nach Köln in die dortige Lothringerstraße 39. Alfred Felix Katz gelang 1939 die Flucht nach England und weiter nach Melbourne, Australien, wo er später als Kaufmann tätig wurde. Er starb 1978 in McKinnon im australischen Bundesstaat Victoria.


Patinnen und Paten der sechs Stolpersteine vor dem Haus Steinstraße 25 sind: Bündnis 90 Die Grünen, Ortsverband Witten, Piratenpartei Ennepe-Ruhr-Kreis, SPD Ortsverein Witten-Innenstadt und Dr. Jochen Stemplewski. Zwei Stolpersteine stifteten Studierende des IBAM (Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin der Universität Witten / Herdecke).


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Personenstandsunterlagen, Best. A, Ausgleichsamt, Sign. 155.2003.2.0791; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 109.



Bildnachweis: Alfred Felix Katz mit seiner Schwester Liesel um 1930
Foto: Lindemann, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten