Synagogendenkmal in Witten; Foto: Jörg Fruck

„Reichskristallnacht“ jährt sich zum 76. Mal

Wittener sind zur Kranzniederlegung am ehemaligen Ort der Synagoge eingeladen

 

Zum 76. Mal jährt sich die Reichspogromnacht, auch Kristallnacht genannt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 haben Anhänger des NS-Unrechtsregimes im damaligen Deutschen Reich jüdische Bürger drangsaliert, ihre Wohnungen und Geschäfte zerstört und Synagogen in Brand gesetzt.

 

Auch in Witten setzten Nazis das 1885 erbaute jüdische Gotteshaus in Flammen und brannten es nieder. Die Feuerwehren schützten lediglich die benachbarten Häuser vor überspringenden Flammen. Wittener Juden wurden noch in der Nacht inhaftiert und am folgenden Tag in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt.

 

Gedenkveranstaltung beginnt am Sonntag um 18 Uhr

In Erinnerung an dieses rassistisch motivierte Verbrechen, das den Auftakt zur so genannten Endlösung bildete und zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde in Witten führte, rufen die Stadt Witten, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Witten, und der Freundeskreis der Israelfahrer e. V. zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge, Breite Straße / Ecke Synagogenstraße auf.

 

Hicran Demirel wird für die Schülervertretung des Ruhr-Gymnasiums und für „Schule ohne Rassismus – Schule für Courage“ die diesjährige Gedenkrede halten. Hicran Demirel besucht derzeit die 11. Jahrgangsstufe und war eine der drei Wittener Schülerinnen, die einen Landessieg im Geschichtswettbewerb 2012/13 des Bundespräsidenten erzielten. Im Anschluss daran wird die Bürgermeisterin der Stadt Witten, Sonja Leidemann, mit Vertretern verschiedener Initiativen einen Gedenkkranz am Denkmal für die zerstörte Wittener Synagoge niederlegen.

 

Buchvorstellung mit Heinz Bachmann im Ratskeller – Eintritt frei

Auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Witten wird der Autor und Dozent der Pädagogischen Hochschule Zürich, Heinz Bachmann, im Wittener Ratskeller sein Buch „Von Auschwitz nach Beverly Hills“ vorstellen, das die Tagebuchaufzeichnungen des damals 16-jährigen KZ-Überlebenden und ungarischen Juden Marton Stark enthält.


„Der Text von Marton Stark“, so Bachmann, „liest sich wie ein Manifest gegen die Gleichgültigkeit.“ Die Eindringlichkeit seiner Schilderungen, die abenteuerliche Entdeckung des Manuskripts wie auch die Suche nach dem Verfasser machen das Buch zu einem wichtigen Zeugnis, das auch den Bogen zur Gegenwart schlägt. Ergänzt durch historische und sozialwissenschaftliche Ausführungen eignet es sich besonders für Jugendliche und Lehrende, die die Frage nach der Verantwortlichkeit jedes einzelnen aufwerfen wollen.

 

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

 

Quelle: Presseinformation der Stadt Witten vom 04.11.2014 (mkf)