Fertigung Gerätesicherung bei der Firma Wickmann, vermutl. 1930er Jahre, Digitales Bildarchiv Rupalla. Das Stadtarchiv Witten dankt der Littelfuse Europe GmbH für die Genehmigung der Nutzung des Bildmaterials für das 16. Wittener Archivforum.

16. Wittener Archivforum am Mittwoch, 2. Juli 2014

Über 80 Jahre Wickmann-Werke Witten: Vom Reparaturbetrieb zum Weltunternehmen

Referenten: Ralph Klein und Manfred Rupalla
Veranstaltungsort: Ehemaliger Firmensitz der Wickmann-Werke, Annenstraße 113, 58453 Witten

Veranstalter: Kulturforum Witten, Stadtarchiv, in Kooperation mit der Stadt Witten, Untere Denkmalbehörde

 

Ohne die elektrische Sicherung wäre die Entwicklung von Motoren, Haushaltsgeräten, Radio, Telefon, Beleuchtungseinrichtungen, Fernsehen, Computern und Raumfahrt im 20. Jahrhundert kaum denkbar gewesen. Kein elektrisches Gerät, keine elektrische Anlage kommt ohne sie aus. Erst spät stieg sie von der bloßen „Sollbruchstelle“ zu einem eigenständigen Bauteil nach dem Vorbild des wesentlich prominenteren Transistors auf. Einen großen Anteil an der Entwicklung elektrischer Sicherungen für unterschiedlichste Anwendungen hatte die Firma Wickmann. Als Reparaturwerkstatt für elektrische Sicherungen 1918 in Dortmund gegründet, produzierte sie diese seit 1923. 1930 wurde das Unternehmen nach Witten-Annen verlegt, wo es bis zu seinem Ende im Jahr 2007 seinen Hauptsitz behielt. Mehr als 1.000 Menschen arbeiteten phasenweise in dem Unternehmen und brachten es weltweit an die Spitze der Sicherungshersteller. Die im Volksmund so bezeichnete „Villa Wickmann“ und zugehörige Nebengebäude, die von der Firma Friedr. Krupp AG errichtet wurden, stehen heute unter Denkmalschutz.

 

Der Techniker Manfred Rupalla wird im Rahmen des 16. Archivforums auf die Geschichte der Sicherung eingehen. Der Historiker Ralph Klein wird Schlaglichter auf die Geschichte dieses bedeutenden elektrotechnischen Unternehmens werfen.

Ralph Klein, Historiker, interessiert sich u.a. für die lokale Geschichte des 20. Jahrhunderts, die er kritisch aus sozial-, technik- und kulturpolitischer Perspektive betrachtet. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die NS-Zeit.

Manfred Rupalla absolvierte Ausbildungen zum Elektrotechniker und Elektroniktechniker. Von 1971 bis 2007 war er als Projektleiter in der Produktentwicklung des Sicherungsherstellers „Wickmann-Werke“ tätig.

 

Programm zum 16. Wittener Archivforum

17:00 Uhr: Führung durch die ehemalige „Villa Wickmann“, Annenstraße 113, mit Florian Schrader, Denkmalpfleger der Stadt Witten (Treffpunkt: Parkplatz hinter dem Gebäude, Annenstraße 113)

Im Anschluss daran: Vortrag „Über 80 Jahre Wickmann-Werke Witten“ (R. Klein, M. Rupalla)

Die Möglichkeit zum Buchkauf ist vor Ort gegeben.

Ralph Klein, Manfred Rupalla. Die Wickmann-Werke: Vom Reparaturbetrieb zum Weltunternehmen, Klartext-Verlag, Essen 2014 [300 Seiten, Abb., Broschur], 24,95 €

 

Die Wittener Archivforen

Im Jubiläumsjahr Wittens 2014 – bisher bekannte erste urkundliche Erwähnung vor 800 Jahren – reaktiviert das Stadtarchiv seine Reihe „Wittener Archivforum“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, „Heimatforscher“ und Schüler/innen erhalten die Gelegenheit, ihre Forschungsergebnisse zur Stadt- und Regionalgeschichte an „besonderen Orten“ vorzustellen. Im Anschluss an die jeweilige Präsentation bietet sich die Möglichkeit zur Diskussion.

Die Wittener Archivforen fanden von 1998 bis 2007 an verschiedenen Orten, orientiert am jeweiligen Thema, statt. Nicht selten sind die ausgewählten Räumlichkeiten nur bedingt öffentlich zugänglich und haben mehr Aufmerksamkeit verdient. Auch der interdisziplinäre Ansatz charakterisiert das Format dieser Reihe.

 

Bildnachweis: Fertigung Gerätesicherung bei der Firma Wickmann, vermutl. 1930er Jahre, Digitales Bildarchiv Rupalla. Das Stadtarchiv Witten dankt der Littelfuse Europe GmbH für die Genehmigung der Nutzung des Bildmaterials für das 16. Wittener Archivforum.