Gedenkstätte Westfeldstraße in Witten-Annen (Foto: Jörg Fruck)

Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Kranzniederlegung an neu gestalteter "Gedenkstätte Westfeldstraße" um 12 Uhr.

Die diesjährige Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag, zu deren Teilnahme in Witten bereits seit 1997 die Stadt Witten / Kulturforum Witten, der Freundeskreis der Israelfahrer e. V., die Deutsch-Israelische Gesellschaft, AG Witten, und zahlreiche Gruppen, Initiativen, Vereine, Kirchen und Schulen aufrufen, findet am kommenden Montag um 12 Uhr an der neu gestalteten „Gedenkstätte Westfeldstraße“ statt.

Nach einem Grußwort des 1. Bürgermeister-Stellvertreters Hans-Ulrich Kieselbach und im Anschluss an die Kranzniederlegung führt Malte Richter, ehemaliger Schüler der Holzkamp-Gesamtschule, interessierte Jugendliche im Rahmen des Projektes „JuleiJu - Jugendliche leiten Jugendliche“ über die Restfläche des ehemaligen Außenlagers des Konzentrationslagers Buchenwald.

Für Fragen vor Ort sind Florian Schrader, Untere Denkmalbehörde der Stadt Witten, Beate Schwartz, Stadtteilbüro Annen, und Dr. Martina Kliner-Fruck, Stadtarchiv Witten, mögliche Ansprechpartner/innen.

Erinnern für die Zukunft: Was ist JuleiJu?

Seit dem Frühjahr 2011 leiten Schüler/innen und junge Erwachsene in Witten als aktive Gestalter von Geschichts- und Gedenkkultur jugendliche Besucher aus dem Ausland und junge Wittener zu „Orten der Erinnerung“. Sie entwickeln im Umgang mit der Geschichte eine eigenständige Lernkultur, forschen an dem außerschulischen Lernort Stadtarchiv und versuchen ihr erworbenes Wissen und ihre sinnliche Wahrnehmung „authentischer“ Orte mit Gleichaltrigen einzuordnen, an Jugendliche zu vermitteln und Fragen nach der Sinnhaftigkeit von Geschichte und Geschichtsträgern mit ihrer Wirkung in Gegenwart und Zukunft zu stellen. Leitgedanke: „Erinnern für die Zukunft“.

Malte Richter und weitere Schülerinnen und Schüler der Holzkamp-Gesamtschule zählten zu der ersten Gruppe, die diese Methode im Frühjahr 2011 für eine Besuchsgruppe aus Israel in englischer Sprache durchführte. Die Gedenkstätte an der Westfeldstraße ist als Erinnerungsort fester Bestandteil der Führungen geworden. Im Sommer 2013 führten beispielsweise zwei Schülerinnen der Holzkamp-Gesamtschule mit polnischer Zuwanderungsgeschichte jugendliche Besucher aus Polen an Erinnerungsorte in Witten.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus….

…ist der 27. Januar und in der Bundesrepublik Deutschland seit 1996 ein gesetzlich verankerter Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des totalitären Regimes in der NS-Zeit: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Frauen und Männer des Widerstands, Kriegsgefangene und Deserteure, Wissenschaftler und Künstler, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gesellschaftlich ausgegrenzt, entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

Halbmast-Beflaggung am 27. Januar

2005 wurde der 27. Januar, in Anlehnung an den Tag der Befreiung von Auschwitz durch Einheiten der Roten Armee am 27. Januar 1945, von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. An öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen an diesem Tag auf Halbmast gesetzt.

 

(24/01/14 – mkf/lk)