Aus der Bibliothek des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark

800 Jahre Ersterwähnung Wittens

„Um Verwirrnis aufgrund von Vergesslichkeit in Gegenwart und Zukunft zu vermeiden“ ...

Aus aktuellem Anlass wurde die Einleitung in der heute nicht mehr existenten Urkunde des Erzbischofs von Köln, Adolf I., in der Witten erstmalig erwähnt worden sein soll, aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt. Johann Diederich von Steinen schrieb den lateinischen Text aus der ihm noch vorliegenden Urkunde ab. Der Text ist in gedruckter Form in von Steinens Westphälischer Geschichte, Teil 4, Stück 23: Historie des adlich freyweltlichen Stifts Herdicke, Anhang Nr. 4: Die Schirmgerechtigkeit, wird an das Stift versetzet (1214), 1760 veröffentlicht worden.

Damals waren von der Besiegelung der Urkunde nur noch die grün-roten Seidenfäden zu sehen. Der weitere Urkundentext wurde mit Ergänzungen der Übersetzer in eckigen Klammern den Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter Bd. 3, 1, in der Bearbeitung von Richard Knipping, Bonn 1909, Nachdruck Düsseldorf 1985, S. 24, entnommen:

Im heiligen und unteilbaren Namen der Dreieinigkeit.

Adolphus, von göttlicher Gunst und Gnade Erzbischof von Köln, an alle Gläubigen Christi, an die die vorliegende Seite auf alle Ewigkeit gelangen wird.

Um Verwirrnis aufgrund von Vergesslichkeit in Gegenwart und Zukunft zu vermeiden, wollen wir durch die Verkündigung des vorliegenden Schreibens bekannt machen, ...

... dass in seiner [Adolf I.] Gegenwart Bruno Stypel mit seinen Brüdern Franco und Hermann der Äbtissin und dem Konvent von Herreke (Herdecke) die Vogtei über das Kloster mit Zustimmung des Gerlach v. Strunkede, von dem er sie zu Lehn trug, für 40 Mark auf 4 Jahre bezw. bis zu ihrer Wiedereinlösung, die mit eigenem Besitz geschehen müsse, verpfändet habe. In der Zwischenzeit dürfe Bruno die Leute des Klosters nicht mit Beitreibungen bedrücken. – Z. [Zeugen]: Hermannus de Altena, Godefrid[us] Mu[e]nhu[e]n (!), Godescalcus de Lon, Gerardus Snar, Fridericus de Wettere, Walterus advoc. Su[e]satiensis, Waltgerus de Gevu[e]re, Gerardus de Altena, Heinricus de Volmu[e]tstene, Gerlacus de Strunkede, Heinricus Norendin, Godefridus burcgravius de Rechede, Antonius dec. in Wittene, Gozwinus et Alexander canonicus (!) de Herreke, Theodericus de Steynbukele, Herbordus Otto, Gozwinus, Erenbertus, Macharius de Du[e]ngelen, Adolphus de Hu[e]kirde, Hugo de Bu[e]rnewich, Gerlacus de Bu[e]kowe, Gerardus Scu[e]lo, Volbertus scult. de Herreke, Martquardus scult., Gerardus scult. de Halden, Gerwinus scult. de Viliste, Sifridus de Bathey, Theodericus Odeke, Tipoldus, Cunradus. –  Acta sunt hec anno Dominice incarnationis millesimo ducentesimo XIIII. (1)

(1) Dieses ist geschehen im Jahr 1214. Der Schlusssatz entstammt dem Westfälischen Urkundenbuch, Band 7, Münster 1908, Nr. 100. Weitere Informationen siehe: Schoppmeyer, Heinrich. Witten. Geschichte von Dorf, Stadt und Vororten. Bd. 1: Von der Frühzeit in der Agrargesellschaft bis zur zweiten Industrialisierungsphase. Witten 2012. [Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark, 601 S.], S. 19ff.