Bürgermeisterin Sonja Leidemann las zur Eröffnung Zitate von Chambons. Foto: Jörg Fruck

Grußwort der Bürgermeisterin

für den Tag des Denkmals 2013 an der Gedenkstätte Westfeldstraße / Immermannstraße

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich verzichte heute an dieser Stelle zugunsten eines Danks auf ein ausführliches Grußwort.

Mein besonderer Dank gilt Helmut Schorlemmer, der 1984 mit „seiner“ damaligen Klasse 10a des Albert-Martmöller-Gymnasiums die Restfläche des Außenlagers Buchenwald in das Bewusstsein der Wittener Bevölkerung zurückgeholt hat.

Ich danke den Schülerinnen und Schülern, die diese Initiative zur Errichtung einer Gedenkstätte ergriffen haben. Gleichzeitig danke ich allen, die diese Erinnerungsarbeit fortsetzen: den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, den Schulen, Vereinen, Verbänden, den Kirchengemeinden, den Forschenden, der Feuerwehr, den verschiedenen Projektgruppen, hierbei insbesondere dem Projekt Soziale Stadt Annen, und allen Sponsoren, die im 20. Jahrhundert und 21. Jahrhundert diesen Ort und seine Geschichte, das Thema NS-Zwangsarbeit und KZ-Haft nicht in Vergessenheit geraten lassen haben. Wie wir Erinnerungsorte gestalten, Gedenken zementieren, ritualisieren, medialisieren oder neue Formen des Erinnerns entwickeln, ist besonders seit 1945 umstritten und wir werden weiter darum streiten müssen, auch wenn es unbequem ist.

Heute jedoch möchte ich einen ehemaligen KZ-Häftling aus dem Außenlager Buchenwald in Witten-Annen zu Wort kommen lassen. Wir werden nun Auszüge aus den Erinnerungen des französischen Vize-Konsuls Albert Chambon vortragen, die 1961 veröffentlicht wurden und aktuell in Witten übersetzt werden. Der Autor, geboren 1909, wurde als politischer Häftling aus einem Sammellager in Frankreich im August 1944 in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt und am 16. September 1944 nach Witten-Annen deportiert.