Arbeitskreis der EN-Archive; Foto: Jörg Fruck

Scannen und Wegwerfen ist keine Lösung

Unter dem Motto „Alles digital?“ befassten sich die Leiter der Kommunalarchive des Ennepe-Ruhr-Kreises sowie des Kreisarchivs bei einem Arbeitstreffen am Montag in Witten mit den Herausforderungen durch die moderne Datentechnik.

Die Experten besichtigten zu Beginn außerdem die neuen Räume des Wittener Stadtarchivs im Saalbau.

Die digitale Bereitstellung von Archivgut in den Leseräumen der Archive und im Internet ist längst keine Vision mehr. „Elektronische Beständeübersichten und Findbücher der öffentlichen Archive sind bereits oder gehen in Kürze online“, so Dr. Martina Kliner-Fruck, Leiterin des Wittener Stadtarchivs. Die Archive im Bereich der Findmittel und Verzeichnisse mit möglichst einheitlicher Software auszustatten und zu vernetzen, sei der erste notwendige Schritt, sagte Archivreferentin Dr. Antje Diener-Staeckling vom LWL-Archivamt von Westfalen: „Da müssen wir erst einmal alle auf einen Stand bringen.“

Des Weiteren seien auch dem Digitalisieren von Behördenakten Grenzen gesetzt, führte Diener-Staekling aus: „Wir können nicht einfach alles einscannen und die Akten dann wegschmeißen.“ Sie verwies zum einen auf die Rechtspflicht, Originale aufzubewahren, zum anderen auf die begrenzte Speicherzeit digitaler Medien, die nur für maximal zehn Jahre als sicher gelten würden. Lösungen, ihre digitale Daten länger zu sichern, könnten Kommunen am besten im Verbund finden, empfahl die Referentin. 


Quelle: derwesten.de, 30.04.2013