(c) Dana Schmidt

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Der Saalbau-Vorplatz im Wandel

Bühne und Aufenthaltsort in einem: Saalbau-Vorplatz temporär umgestaltet

Zwei orangene Container und ein bepflanztes Beet: Der sonst doch recht graue Vorplatz des Wittener Saalbaus hat in den vergangenen Tagen eine Umgestaltung erfahren. Dahinter steckt ein Projekt, das zwei Ziele verfolgt. Erstens soll die Aufenthaltsqualität auf dem Platz erhöht werden. Zweitens soll er aber auch zum Experimentierfeld werden. „Ausgehend von den konkreten Erfahrungen aus der Zeit der Pandemie möchten wir die kommenden Jahre nutzen, den Saalbau als Ort für diverse gesellschaftliche Gruppen stärker zu öffnen“, erklärt Jasmin Vogel, Vorständin des Kulturforums Witten. Der Platz vor dem Gebäude soll nun zu einer Art Labor werden, wo man ausprobieren und sich austauschen kann.

Offen für möglichst viele Menschen

Der Saalbau wurde in den 1970er Jahren gebaut und ist ein klassisches Bespieltheater. Das heißt, dort treten Kunstschaffende aus Musik, Cabaret, Comedy und sonstige Kleinkünstlerinnen und -künstler auf. Er soll sich aber für noch mehr Bevölkerungsgruppen öffnen. Der Raum und die Bühne, die nun vor dem Gebäude entstanden sind, sind ab sofort der Ort, an dem ausprobiert wird, was möglich und gewünscht ist. Deshalb wird es dort Aufführungen und Ausstellungen geben. Zugleich aber ist die Installation ganz bewusst öffentlich zugänglich gehalten. Denn so können alle Menschen, die dort – zufällig oder absichtlich – vorbeikommen, diesen Ort nach eigenen Wünschen und Ideen nutzen. So werden nicht nur Kunstschaffende, sondern auch jede Passantin, jeder Bürger den Saalbau-Vorplatz lebendig machen.

Gebäude und Angebot sollen sich wandeln

Der Saalbau Witten ist ein baukulturell bedeutsames Ensemble aus den 1970er Jahren. Das Gebäude und sein Angebot sollen sich wandeln, dabei Inklusion und Teilhabe auf allen Ebenen zu fördern und ein Experimentierfeld für eine Gesellschaft von morgen zu schaffen. Mit Blick auf die großen Transformationsbewegungen Digitalität, Diversität und Nachhaltigkeit strebt der Saalbau eine Neuprofilierung und Diversifizierung der Programmatik, des Personals und des Publikums an. Das nun installierte, modular ausgerichtete Konzept ist bewusst flexibel angedacht, um zukünftig über vielfältige Mitgestaltungsoptionen gesellschaftliches Engagement aktiv in die Weiterentwicklung der Kultureinrichtungen einzubinden.

Experimentierfeld

Ausgehend von der Fragestellung wie sich ein klassisches Bespieltheater für die Zeit nach der Krise neu definieren kann, hat das Team des Saalbaus auf dem Vorplatz eine szenografische Intervention geschaffen. Sie wird zum Ort der Verhandlung für die lokale Stadtgesellschaft über die zukünftige Nutzung. Mittels einer Vorplatzinstallation, die auf mittelfristige Dauer angelegt ist, wird sowohl die Anlage eines naturnahen ökologischen Gartens als auch die soziale Umnutzung der Fläche erprobt. Konkret bedeutet das, dass in diesem Sommer über künstlerische Formate eine zukünftige Profilierung mit diversen Gruppen und ihrer jeweiligen Perspektive erarbeitet werden soll. Dies bedeutet den Auftakt für die weiteren städtebaulichen Planungen zur Entwicklung der Fläche. Mögliche Formate dafür sind Pop-up-Ausstellungen in offenen Containern mit Schulklassen, Präsentationen des Stadtarchivs, des Kulturbüros sowie von Studierenden der Universität Witten-Herdecke, Workshops mit Kindern und Jugendlichen, Urbane Produktion, theaterpädagogische Formate, Performances und vieles mehr. Das alles geschieht draußen und somit Corona-konform.

Partizipativer Raum

In einer dynamischen und vom Wandel geprägten Welt ist innovatives Design, das ganzheitlich agiert und sich flexibel an Gegebenheiten anpasst, unumgänglich. Alle Bereiche werden dabei in Bezug zum gestalterischen Konzept gesetzt und sind prozesshaft angelegt. Ausgehend von Gerlinde Becks Skulptur „Platzgestaltung“ und der Architektur des Saalbaus wird der zur Innenstadt ausgerichtete Vorplatz als offener, hybrider und partizipativer Raum neu interpretiert und durch weitere architektonische Elemente ergänzt. Diese lassen einen neuen Verweilort entstehen, der insbesondere als Multifunktionsspielfläche und als eine Plattform für Bürgerinnen und Bürger als Mitdenkende, Experimentierende und Beratende dient.

Ökologische Funktion

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Rolle und die ökologische Funktion von Grünflächen im öffentlichen Raum gelegt. Die Bepflanzung des Vorplatzes folgt deshalb einem integrativen Ansatz zwischen Mensch und Natur. Die Bepflanzung verbindet die Ansätze eines Präriegartens, die eher naturnah ausfallen, mit denen eines Naturgartens, welcher einem natürlich gewachsenen Raum gleicht.

Ausstellung „Platz gemacht“ des Stadtarchivs

Unter dem Titel „Platz gemacht“ präsentiert das Stadtarchiv mit zahlreichen Partnerinnen und Patnern während des Kultursommers 2021 im Container auf dem Vorplatz Projekte zu kulturhistorischen und gesellschaftspolitischen Themen sowie zur Entwicklung der Stadt mit ihren unterschiedlichen Menschen und Räumen.

Partner bei Planung und Umsetzung

Gestalterisches Konzept & Pflanzkonzept: please don‘t touch

Umsetzung Möbelbau: Borgmann Ausstellungsbau & Design GmbH

Umsetzung Pflanzkonzept: Ralf Lilienthal

Sponsoren: Bloedorn Container GmbH