Vortrag zur Künstlerin Ida Gerhardi (1862-1927)

Dr. Susanne Conzen: „"...um mich als Malerin von Paris zu präsentieren". Ida Gerhardi (1862-1927) – Künstlerin als Profession“

Vortrag

Donnerstag, 28. Oktober 2021, 18:30 Uhr

Dr. Susanne Conzen: „"...um mich als Malerin von Paris zu präsentieren". Ida Gerhardi (1862-1927) – Künstlerin als Profession“

Im Rahmen der Künstlerinnen-Ausstellung "ANDERS NORMAL! Revision einer Sehschwäche" veranstaltet das Märkische Museum Witten eine Vortragsreihe zu unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema "Frauen in der Kunst“ ein. Los geht es mit einem Vortrag über die Künstlerin Ida Gerhardi (1862-1927). Dr. Susanne Conzen, Leiterin der Städtischen Galerie Lüdenscheid, erzählt über das Leben und Werk von Ida Gerhardi, die eine wichtige Künstlerpersönlichkeit um 1900 in Paris und Deutschland ist, dann aber lange Zeit aber in Vergessenheit geriet.

Voller Enthusiasmus reist die in Hagen geborene Künstlerin Ida Gerhardi 1891 zum Studium nach Paris. In der pulsierenden Kunstmetropole der Jahrhundertwende taucht sie ein in die kreative Atmosphäre der privaten Akademien und Bohème-Kreise. Während ihres langjährigen Parisaufenthaltes von 1890 bis 1912 schuf Gerhardi nicht nur ihre qualitätvollsten Arbeiten, sondern sie stand in freundschaftlichem Kontakt und Austausch mit vielen Künstlerkolleginnen, deren künstlerisches Schaffen heute zum Teil kaum bekannt ist. Gemeinsam ist diesen Frauen ihr Durchsetzungsvermögen und Engagement, ihre Auseinandersetzung mit den „modernen“ künstlerischen Entwicklungen in einer Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ida Gerhardi war eng befreundet mit Jelka Rosen-Delius (1868-1935). 1904 lernte sie in Paris Käthe Kollwitz (1867-1945) kennen und verkehrte regelmäßig im Kreis des Café du Dôme, aus dem sich u.a. die Bekanntschaft mit der Malerin Maria Slavona (1865-1931), der Frau des Kunsthändlers Otto Ackermann, ergab.

Durch ihre weit verzweigten Kontakte entwickelte sich Ida Gerhardi zu einer kenntnisreichen, geschickten Verhandlungspartnerin für KollegInnen, Kunstsammler, Galerie- und Museumsleiter zwischen Paris und Berlin. Sie setzte sich für ihre KünstlerkollegInnen ein, vermittelte Ausstellungen französischer Kunst in Deutschland und umgekehrt. Sie verkehrte mit einflussreichen Persönlichkeiten des Kunstbetriebs - Karl Ernst Osthaus in Hagen, in Berlin mit Hugo von Tschudi und dem Kunstsammler Eduard Arnhold. Eine schwere Krankheit zwang sie ihre künstlerische Arbeit zu unterbrechen und schließlich Paris zu verlassen. 1913 siedelte sie nach Lüdenscheid über, wo sie 1927 verstarb.

Die Referentin widmet sich in ihrem bebilderten Vortrag einigen Aspekten dieser ereignisreichen, vielfältigen und unkonventionellen weiblichen Künstlerkarriere. Die Städtische Galerie Lüdenscheid zeigte 2012 eine Ausstellung zu diesem Thema. Der begleitende wissenschaftliche Katalogband Ida Gerhardi – Deutsche Künstlerinnen in Paris um 1900 und die im gleichen Jahr erschienene Edition der Briefe Gerhardis vermitteln ein anschauliches Bild dieses außergewöhnlichen Künstlerlebens.

Der Eintritt ist frei.

Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Teilnahme nur mit 3G.

Im Gebäude des Märkischen Museums Witten besteht Maskenpflicht.  

Termine

  • 28.10.21 18:30 - 20:30 Uhr