Gotthard Graupner

Kissenbild, 1970

Zero & Gäste

Gotthard Graubner, Ewerdt Hilgemann, Adolf Luther, Otto Piene, Günther Uecker


"Wir verstanden von Anfang an ZERO als Namen für eine Zone des Schweigens und neuer Möglichkeiten (...). Wir dachten an das Countdown vor dem Raketenstart - ZERO ist die unmessbare Zone, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht." (Otto Piene)

Auch die Gruppe ZERO, 1958 in Düsseldorf gegründet, zu deren Kern Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker zählen, hat ihre Wurzeln in der informellen Kunst. Während im Informel die starre Form des Motivs aufgelöst wird, vollzieht sich mit der Abkehr vom traditionellen Bild gegen Ende der 1950er-Jahre ein entscheidender Schritt zur "Entmaterialisierung" des Kunstwerks und zur Erweiterung in den Raum.

Wesentliches Mittel ist der Einbezug des immateriellen Mediums Licht, wie der "sleepwalker" von Otto Piene demonstriert. Auch in den Nagelbildern von Günther Uecker oder den Plastiken und Wandobjekten von Ewerdt Hilgemann entsteht die Form nicht ausschließlich durch die Objekte selbst, sondern auch durch Licht- und Schattenzonen. "Das Konkrete ist die Natur selbst", stellt Adolf Luther fest und erzeugt mit seinen Objekten durch Spiegeleffekte und Lichtbrechung "Immaterialität" und bezieht so gleichzeitig die Umgebung des Werks mit ein. Ähnlich reichen Gotthard Graubners "Kissenbilder" - als rein abstrakte, objektartige Gebilde - in die dritte Dimension, den Raum.

Die Präsentation der Gruppe ZERO und verwandter Künstler markiert das Ende des Rundgangs durch die Sammlung des Märkischen Museums Witten.