Theodor Werner

Nächtliches, 1948

Zen 49 und die Künstlergruppe des Informel

Willi Baumeister, Rolf Cavael, Rupprecht Geiger, Theodor Werner


Der Name ZEN 49 leitet sich von der fernöstlichen Philosophie des Zen-Buddhismus ab und bezeichnet zugleich das Gründungsjahr dieser Künstlergruppe, zu der unter anderem Willi Baumeister, Rolf Cavael, Rupprecht Geiger, Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Fritz Winter gehören. Quelle der Inspiration ist eine geistige Orientierung, deren künstlerische Wurzeln in den lyrischen Abstraktionen Kandinskys zu finden sind.

Angesichts einer teilweise verbittert und polemisch geführten Diskussion in der Bundesrepublik Deutschland um gegenständliche und ungegenständliche Kunst ist es das Ziel dieser Künstler, die von ihnen praktizierte abstrakte Malerei einem breiteren Publikum zugänglich und damit verständlicher zu machen. So verteidigt beispielsweise Willi Baumeister, der sein bereits vor 1933 begonnenes, abstraktes Werk fortführt, in den Darmstädter Gesprächen von 1950 die abstrakte Kunst vehement gegen die herkömmliche, akademische Auffassung.

Die Münchener Gruppe ZEN 49 repräsentiert damit einen bedeutenden Abschnitt in der Entwicklung der abstrakten Kunst in Deutschland und Europa. Zusammen mit der Gruppe Quadriga, die unter anderem von Karl Otto Götz und Bernard Schultze in Frankfurt gegründet wurde und der Düsseldorfer Gruppe 53, der auch Peter Brüning, Karl Fred Dahmen, Winfred Gaul, und Gerhard Hoehme angehören, hat sie einen erheblichen Anteil daran, dass es der deutschen Kunst nach 1945 gelingt, Anschluss an die internationale Kunstentwicklung zu finden. Die Künstler der Gruppe ZEN 49 stellen gemeinsam und mit Gästen bis in das Jahr 1957 aus.