Christian Rohlfs

Disputation, 1921

Christian Rohlfs

Kirche in Tessin, 1936

Westfälischer Expressionismus

Wilhelm Morgner, Christian Rohlfs, Eberhard Viegener


Als geografische Einheit verbindet der Westfälische Expressionismus Künstler, die in ihren Motiven zwischen ländlicher Tradition und Stadtleben einen eigenständigen Beitrag zum Expressionismus leisten. Einerseits zeichnen sie sich durch eine starke Farbigkeit aus, andererseits findet sich in ihren Bildern teilweise eine Hinwendung zu naturmystischen Vorstellungen. Paul Westheims Aussage über Christian Rohlfs, der nach einer "von innen heraus drängenden Leuchtkraft strebt, nach einem höheren Bildorganismus", trifft auch auf Künstler wie Wilhelm Morgner und Eberhard Viegener zu.

Christian Rohlfs, Lehrer an der Folkwangschule in Hagen, rückt neben Motiven von Stadtansichten und Landschaften unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs verstärkt biblische Szenen in den Mittelpunkt. Insbesondere die transparente Verwendung des Farbmaterials nimmt dem Motiv seinen illusionistischen Charakter und verselbstständigt sich. Dadurch werden die Wahrnehmung der Bildoberfläche und die Betonung der kompositorischen Struktur deutlich gesteigert.

Die Konzentration auf formale Gestaltungselemente bestimmt auch die Arbeiten von Wilhelm Morgner und Eberhard Viegener, beide in Soest ansässig. In ihren Werken greifen sie zudem Einflüsse des Realismus sowie des Spätimpressionismus auf. Dabei bleiben Elemente der westfälischen Landschaft immer ein wesentlicher Bezugspunkt ihrer Gestaltungen.