Gustav Deppe

Hochspannung, 1950

Junger Westen

Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Heinrich Siepmann, Hans Werdehausen


"Und wir waren der Meinung, dass die Schönheit von Masten, die Umsetzung technisch vorgeformter Dinge zu Bildformen, die Charakterisierung des Technischen als schöne, konstruktive, farbig von einem Bildgedanken her aufzubauende Komposition eigentlich einen unglaublichen Sinn haben könnte, insbesondere weil wir in Trümmern lebten." (Thomas Grochowiak)

1948 wird in Recklinghausen die Künstlergruppe "junger westen" gegründet, die in dieser Form bis 1962 Bestand hat und beachtliche Impulse für die bildende Kunst in Westdeutschland gibt. Den Kern bilden die Maler Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Heinrich Siepmann, Emil Schumacher, Hans Werdehausen und der Bildhauer Ernst Hermanns. Die künstlerischen Fragestellungen, mit denen sich die Gruppe "junger westen" auseinandersetzt, ergeben sich in den Anfangsjahren vor allem aus dem Umfeld und der Lebenswirklichkeit der Ruhrregion. Arbeitswelt und Industrielandschaften bilden die zentralen Motive und zeigen dabei eine gegenständliche Auseinandersetzung, die durch große Klarheit und Strenge zu abstrahierten Strukturen führt.

Als Gemeinschaft festigen diese Künstler ihren unverwechselbaren künstlerischen Ausdruck und ihren individuellen Standpunkt in der Auseinandersetzung mit Gleichgesinnten, aber auch mit den Gegnern der abstrakten Kunst. Schließlich werden im Laufe des Bestehens der Gruppe anfangs figürliche Elemente zugunsten einer rein abstrakten Ausdrucksweise aufgegeben. Die weitere Entwicklung bereitet, wie auch die Präsentation der Sammlung veranschaulicht, deutlich individuellere Ansätze vor und führt 1962 zur Auflösung der Gruppe.