Hans D. Voss

Nr.13 Bild I/62, 1962

Hans Kaiser

Salut an Anthony, 1962

Informel III

Karl Fred Dahmen, Winfred Gaul, Gerhard Hoehme, Klaus Jürgen-Fischer, Hans Kaiser, Hans D. Voss


"So scheint mir Malen ein Prozess, dessen Wesensgehalt forschendes Tun ist." (Fred Thieler)

Das Märkische Museum Witten hat seit Ende der 1940er-Jahre Werke jener Künstler ausgestellt und für die Sammlung erworben, die später unter dem Begriff des "Informel" zusammengefasst worden sind. Damit hat es dazu beigetragen, diese Kunstströmung als einen der originären Beiträge zu der Kunst jener Zeit zu fördern. Nicht zuletzt, weil eine Vielzahl der vertretenen Thesen, wie beispielsweise die Freiheit der bildnerischen Komposition, sowohl für die nachfolgenden Generationen als auch für die internationale Kunstentwicklung wesentliche Errungenschaften darstellen. Diese Freiheit führt konsequenterweise zu mannigfachen individuellen Ausprägungen, die sich kaum unter einem einzigen Oberbegriff zusammenfassen lassen.

So verschmilzt Hans Kaiser die Vorstellungen und Empfindungen von Landschaftserlebnissen mit nicht entzifferbaren Schriften und Texturen zu einer Einheit. Ebenfalls von imaginären Landschaften geht Karl Fred Dahmen aus. Diese werden zudem von Experimenten mit dickflüssigem Farbmaterial und stofflichen Strukturen bestimmt, wie sie auch die Schichtungen von Hans D. Voss kennzeichnen.

Gerhard Hoehme nutzt diese Freiheit, um in dickflüssigem Auftrag die Plastizität des Materials zu visualisieren und um derart die Gesetzmäßigkeit der Farbe zu untersuchen. Dabei stellt er allerdings auch fest, dass ihm die Begrenzung des tradierten Bildgevierts zu starre Grenzen setzt: "Meine Sehnsucht war der weitere Raum (...) aber ohne illusionistische Tiefe." Mit diesen Worten nimmt Hoehme bereits wesentliche Ziele der Gruppe ZERO vorweg, die angetreten ist, ihre weit über den traditionellen Rahmen hinausweisenden Bildvorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen.