Foto: Julia Unkel, Witten

Kuno Gonschior (* 1933 in Herne; † 2010 in Bochum)

Vibration Grün-Violett-Orange, 1961/63, beendet 1969

Öl auf Leinwand

100 x 90 cm

© Nachlass Kuno Gonschior

 

Vor dem Gemälde „Vibration Grün-Violett-Orange“ von Kuno Gonschior stehend, kann selbst dem geübten Kunstbetrachter etwas schwummerig vor Augen werden.  Von Weitem erscheint das Werk klar und deutlich. Man erkennt ein großes grobes Punktraster. Je mehr man sich dem Werk des Herner Künstlers jedoch nähert, desto mehr wird das Auge gefordert.  

 

Flirrende Farbpunkte, die in Violett, Orange und Blau erscheinen und in 25 kreisförmig anmutenden Gruppen angeordnet sind, kontrastieren mit einem grünen monochromen Hintergrund. Das gesamte Bild präsentiert sich leuchtend und die kleinen Flecken, die von unregelmäßiger Form sind, scheinen zu tanzen und sich nicht in eine der Punktegruppen einsortieren lassen zu wollen.  Chaos und System treffen hier aufeinander. Die Gruppierung versucht das Punktewirrwarr mit den vermeintlich hüpfenden und auseinanderdriftenden Flecken zu systematisieren.

 

Gonschiors Malerei basiert auf serieller Punkt- und Fleckensetzung und spielt dadurch mit der Wahrnehmung des Betrachters. Das Auge weiß nicht, wo es hinschauen soll, und irritiert durch die Masse von Punkten, die mal stark, mal schwach, mal schmal, mal breit aufgetragen sind, beginnt schon nach wenigen Sekunden der Betrachtung das komplette Bild zu zittern und zu flattern. Wie passend da der Titel des Werkes: Vibration Grün-Violett-Orange. Sucht das Auge eine Pause und blickt auf die weiße Wand, ist Gonschiors Werk aber immer noch präsent, denn der Künstler bedient sich offensichtlich optischer Phänomene und spielt mit Simultankontrasten und Nachbildern, die sich beim Betrachter unweigerlich einstellen.

 

Als einer der profiliertesten deutschen Maler der ungegenständlichen Farbmalerei der Nachkriegsgeneration schafft es Kuno Gonschior also geschickt, sein Werk auch noch nach dem Betrachten vor den Augen des Betrachters erscheinen zu lassen.

  

Maika Letizia Wolff, Kunsthistorikerin

 

 

Op-Art

Die Punktebilder von Kuno Gonschior aus den 1960er-Jahren können zur sogenannten Op-Art (Optical Art) gezählt werden. Ziel der Op-Art ist es, durch geometrisch abstrakte Form- und Farbmuster im Auge des Betrachters Bewegungs- und Flimmereffekte zu erzeugen. Zu Beginn der 1960er-Jahre entsteht diese Kunstrichtung mit einem starken Interesse am Objektiven und am wissenschaftlichen Experiment. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen des Lichts und der Optik, verschreibt sich eine ganze Generation von Künstlern der Untersuchung visueller Phänomene und Wahrnehmungsprinzipien.

 

 

Auf den Internetseiten einiger Auktionshäuser können Sie mehr über die Preise erfahren, die Kunstwerke verschiedener Künstlerinnen und Künstler bei Auktionen erzielen. Hier finden sie beispielweise die Auktionsergebnisse von Arbeiten Kuno Gonschiors bei den Auktionshäusern Van Ham, Köln - https://www.van-ham.com/datenbank-archiv/datenbank/kuno-gonschior.html - und Kunsthaus Lempertz, Köln - https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/gonschior-kuno.html.

 

Die Galerie m in Bochum vertrat den Künstler schon zu seinen Lebzeiten und auch nach seinen Tod werden seine Kunstwerke dort noch zum Kauf angeboten und verwaltet: https://www.m-bochum.de/artist_image.php?SID=jswhnhuf&aid=10&aname=KunoGonschior

 

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