Tief im Westen

Werke des Informel aus öffentlichen und privaten Sammlungen der Region

Hubert Berke, Peter Brüning, Alfred Fürst, Josef Hegemann, Peter Herkenrath, Hans-Joachim Hertberts, Hans Kaiser, Jupp Lückertoh, Waldemar Niepagenkemper, Hans-Jürgen Schlieker, Heinrich Siepmann, Ferdiand Spindel, Rudolf Vombek, Josef Wedewer, Hans Werdehausen

21. Mai bis 21. August 2011

 

Nachdem das Märkische Museum Witten im vergangenen Jahr die erfolgreiche Ausstellung "Entfesselung der Form. Plastik und Skulptur des Informel" präsentierte, konzentriert sich die Ausstellung "Tief im Westen" vor allen Dingen auf Malerei des Informel; auf Werke, die in öffentlichen und privaten Sammlungen der Region zwar gesammelt wurden, aber in ihrer Mehrzahl selten zu sehen sind. Im Zentrum dieser "temporären Erweiterung" der Schausammlung des Märkischen Museums stehen vornehmlich solche künstlerischen Positionen, an denen das Interesse von Kunstmarkt und Kunstbetrieb häufig achtlos vorüber gegangen ist. Leider ohne zuvor die individuellen Beiträge dieser Künstler angemessen zu würdigen, die, vermeintlich in der "zweiten Reihe" stehend, in ihrer Zeit wesentliche Impulse ausgesendet haben, von denen meist andere Künstler oder nachfolgende Generationen profitiert haben. Um die Diskussion über das deutsche Informel zu bereichern, konzentriert sich die Ausstellung auf Leihgaben aus Sammlungen, deren Werke zudem die Besonderheit der regionalen Ausprägung deutlich machen. Diese werden ergänzt um selten gezeigtem Eigenbesitz des Märkischen Museums Witten.

Am bekanntesten ist die 1948 in Recklinghausen gegründete Künstlergruppe "junger westen". In der Ausstellung ist sie vertreten durch Hans Werdehausen (1910-1977) und Heinrich Siepmann (1904-2002). Letztere war im Umfeld Informel ein wichtiger Impulsgeber für die Auseinandersetzung mit konkret-kostruktiver Abstraktion war. Ähnlich in der Region verwurzelt war Hans-Jürgen Schlieker (1924-2004), der hier mit einem umfangreichen Konvolut vertreten ist. Schlieker war in der Ruhrregion einer der führenden gestischen Künstler und wurde durch seine Lehrtätigkeit zu einem wichtigen Lehrer für nachfolgende Generationen. Jupp Lückeroth (1919-1993) begann nicht nur Anfang der fünfziger Jahre als informeller Maler; er legte 1958 den Grundstein für eine umfangreiche Sammlung zur informellen Malerei, die nun mit elf Arbeiten ebenfalls in der Schau vertreten ist.

Die Ausstellung beleuchtet damit nicht nur eine wesentliche Phase der deutschen Malerei der fünfziger Jahre, sondern reflektiert auf die zeitlichen und kulturpolitischen Rahmenbedingungen, unter denen auch die Sammlung des Märkischen Museums Witten zusammengetragen wurde. Sie macht deutlich, wie vielfältig und spannend die Prägungen von Zeit und Region sind und wie diese in Gestalt bedeutender Konvoluten Eingang in die regionalen Sammlungen und Widerhall fanden. Zu den in der Ausstellung vorgestellten Künstlern zählen unter anderem: Hubert Berke, Peter Brüning, Alfred Fürst, Josef Hegemann, Hans-Joachim Herberts, Peter Herkenrath, Hans Kaiser, Jupp Lückeroth, Waldemar Niepagenkemper, Hans-Jürgen Schlieker, Werner Schriefers, Heinrich Siepmann, Ferdinand Spindel, Rudolf Vombeck, Josef Wedewer und Hans Werdehausen.