Stefan Winter - Gedicht einer Zelle. Triptychon der Liebe und Ekstase

Stefan Winter - Gedicht einer Zelle. Triptychon der Liebe und Ekstase

 

13. Oktober 2018 - 27. Januar 2019

 

Stefan Winters Film-Triptychon dringt 138 Minuten lang mit fantastischen Klang- und gemäldehaft bewegten Bildwelten in die Tiefe der jüdisch-christlich-islamischen Kultur ein. Eine audiovisuelle Interpretation über die Grausamkeit und Sinnlichkeit des Lebens frei nach Fragmenten des "Hohenliedes" aus dem Tanach, des "fließenden Lichtes der Gottheit" von Mechthild von Magdeburg und der "Einheit mit dem Göttlichen" von Rabi'a von Basra. Liebe, Ekstase und das Verlangen bis hin zur Vereinigung mit dem Göttlichen verbinden über alle Differenzen hinweg die drei monotheistischen Weltreligionen.

Es gibt keine zeitliche Chronologie, kaum gesprochene Texte und keine zusammenhängende Geschichte. Winter arbeitet mit der Erzählkraft der Geräusche, musikalischen Versatzstücken aus fünf Jahrhunderten, mit Kompositionen von Alan Bern, Orlando di Lasso, Stefan Winter, Fumio Yasuda sowie Adaptionen nach Gabriel Fauré, Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi und irreal inszenierten Bildern. Im Zentrum des Werkes steht die Frau, verkörpert durch die japanische Künstlerin Noriko Kura. Für "Gedicht einer Zelle" inszenierte sie Farbinstallationen in der freien Natur und bereiste Sansibar, Tansania und den Iran und gestaltete 50 Meter lange Leinwände am Strand.

Neben der zentralen Videoarbeit werden auch Fotografien und Filmstills aus den Dreharbeiten und der Performance von "Gedicht einer Zelle" gezeigt. Im Mittelschiff des Sammlungsbereichs wird die 8-Kanal-Klanginstallation "Höre meine Stimme" (2018) gemeinsam mit zentralen Werken des deutschen Informel aus unserer Museumssammlung präsentiert. Durch das Gehörte bieten die bekannten Werke neue Ansätze zur Interpretation, rufen Momente des Empfindens und des Erlebens hervor und bilden eine ganz eigene Geschichte im Kosmos der Zuschauer.