Seven Sisters of Sleep II

Norika Nienstedt

4. Dezember 2010 bis 9. Januar 2011

 

Mit der Ausstellung "seven sisters of sleep II" stellt das Märkische Museum Werke von Norika Nienstedt vor. Die im grafischen Kabinett gezeigten Zeichnungen, Gou-achen und Collagen aus den letzten fünf Jahren vermitteln einen Einblick in die ungewöhnlichen, mitunter surrealen, Bildwelten der Düsseldorfer Künstlerin.

Ihr Hauptmotiv ist nur scheinbar das Genre des Portraits. Denn vor allem anhand ihrer Collagen wird deutlich, auf welche Weise Norika Nienstedt nach der Überraschung und der Irritation sucht, um das scheinbar Vertraute in Frage zu stellen, zu verstören. So entstehen Wesen und Situationen, die sowohl rauschhaften Träumen und Visionen als auch Romanen von Haruki Murakami oder William S. Burroughs entstammen mögen. Ihre Collagetechnik kann als eine künstlerische Entsprechung zu der Cut-up-Methode von Burroughs angesehen werden, bei der zusammenhängende Texte auseinander geschnitten und neu angeordnet werden. Die so geschaffenen hybriden Gestalten und Geschöpfe sind zudem eine vieldeutige Positionierung zur gegenwärtigen Selbstwahrnehmung und Identifikation mit den Kunstwesen der Medien- und Werbewelt; sind es doch Models und Monster, Popstars und "designte" Charakter, welche unsere Lebens- und Vorstellungswelten immer stärker zu prägen scheinen.

Norika Nienstedt wurde 1952 in Güdingen an der Saar geboren, studierte Freie Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst/Städelschule in Frankfurt am Main und lebt seit 1982 in Düsseldorf. Neben Zeichnungen und Illustrationen für verschiedene Magazine sowie regelmäßigen Ausstellungen eigener Malereien und Installationen wurde sie in den 1970er Jahren durch eine umfangreiche Serie von Künstlerpuppen bekannt. Seit 1998 schuf sie, gemeinsam mit Michael Jonas, eine Serie von Experimentalfilmen und betrieb 2003 bis 2005 den Ausstellungsraum "minus" in Düsseldorf.