mixed

Sven Drühl, Catalina Pabón, Tanja Rochelmeyer, Jens Wolf

Laufzeit: 7. Februar bis 28. März 2010

 

Am 6. Februar 2010 startet im Märkischen Museum Witten eine neue, auf eineinhalb Jahre angelegte Ausstellungsreihe mit aktuellen Positionen zeitgenössischer Kunst. MIXED verbindet vier Maler aus Berlin - Sven Drühl, Catalina Pabón, Tanja Rochelmeyer, Jens Wolf - und bildet den Auftakt zu diesem von Dirk Steimann kuratierten Projekt. Darüber hinaus werden die in MIXED vorgestellten Künstler sich mit der Sammlung des Märkischen Museums auseinandersetzen und in einer gesonderten, von ihnen zusammengestellten Zone, Sehbeziehungen, Wahlverwandtschaften und Bezüge verschiedenster Art zu den vorangegange-nen Künstlergenerationen schaffen. Dieser Ansatz bildet zudem das verbindende Element aller auf MIXED folgenden Projekte.

Der Titel der Schau greift die gängige Bezeichnung des so genannten "gemischten Doppels" im Tennis auf: Je eine Frau und ein Mann spielen zusammen und treten gemeinsam gegen eine entsprechende weitere Paarung an. Dementsprechend werden im Märkischen Museum nun zwei figurative und zwei abstrakte Maler, beziehungsweise zwei Etablierte und zwei Newcomer, einander gegenüber gestellt. Insgesamt vier junge und individuelle Positionen zeitgenössischer Kunst, die sich durch ihre Positionierung jenseits des malerischen Mainstreams auszeichnen.

Die zwei figurativen Positionen werden von der Newcomerin Catalina Pabón (1979 in Bogota geboren) und den inzwischen international ausstellenden Sven Drühl (1968 in Nassau geboren) besetzt. Beide Künstler verwenden vorwiegend eine dunkle Farbpalette und setzen sich intensiv mit dem Thema Landschaft auseinander. Pabón setzt auf schwarzgrundierte Leinwände Spuren von Pastellkreiden und formt so ihre düsteren, melancholisch-schweren Landschaften: Mal handelt es sich um Waldstücke, dann wieder um mondartige Wüstenlandschaften. Drühl dagegen nutzt für seine, der Appropriation Art nahe stehende Malerei, vorgefundene Motive aus dem reichhaltigen Fundus der Kunstgeschichte, darunter Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner oder Caspar David Friedrich, und verwandelt diese in monochrom schwarze Reliefarbeiten in pastosem Farbauftrag. Die Werke von Drühl sind gleichermaßen transformierte Kopien wie auch konzeptuelle Neuschöpfungen.

Abstrakte Position in der Malerei bezieht Tanja Rochelmeyer (1975 in Essen geboren), die eine Art technoiden Science Fiction-Konstruktivismus mit futuristisch-architektonischen Bezügen produziert. Ihre von Stauchungen, Dehnungen und waghalsigen Richtungswechseln bestimmten Gemälde sind gleichermaßen "heiß" wie unterkühlt. Deutlich klassischer abstrakt wie auch reduzierter und minimalistischer sind dagegen die Werke des europaweit etablierten Jens Wolf (1967 in Heilbronn geboren). Überwiegend durch geometrische Grundformen gekennzeichnete Motive trägt er auf Holzplatten auf, die mit ihren Materialabplatzungen und Oberflächenverletzungen wie ramponierte Ikonen der Moderne wirken, und unterschwellig das Scheitern künstlerischer Avantgarden und Utopien thematisieren.

Zu der Ausstellung, einer Kooperation des Märkischen Museums Witten und dem Branden-burgischen Kunstverein Potsdam, erscheint ein 72-seitiger Katalog im Druckverlag Kettler mit Texten von Christopf Tannert und Dirk Steimann.