Catherine Lorent - LICIA ANTIQUA : VINCULA AQUILAE

Von Venedig nach Witten: Das Märkische Museum Witten zeigt die Installation „Relegatio und Absolutio“ der luxemburgischen Künstlerin Catherine Lorent (1977 geboren, lebt in Berlin). 2013 war dieses Werk auf der Biennale von Venedig im Pavillon des Landes Luxemburg ausgestellt.
Neben dieser zehn Meter großen und nicht nur aufgrund ihres raumfüllenden Formates beeindruckenden Arbeit ist eine aktuelle Auswahl kleinformatiger Papierarbeiten der Künstlerin zu sehen. Diese figürlichen Zeichnungen aus Tusche sowie Aquarell und Pastellfarben aus den Serien „Apotheoses“ und „Ligotages“ stellen eine direkte Beziehung von Lorents Biennale-Arbeit aus Venedig zu dem barocken Grabmal der Familie Strünkede im Foyer des Wittener Museums her.

Der lateinische Titel der Ausstellung: „LICIA ANTIQUA : VINCULA AQUILAE“ bedeutet in der wörtlichen Übersetzung: „alte Verwebungen : Fesseln des Adlers“. Als Zitat beschreibt es den Widerspruch zwischen dem Wunsch am Festhalten an bekannten Traditionen und vertrauten Strukturen einerseits und dem allzu individuellem Streben nach Freiheit und neuen Möglichkeiten in Lebensentwürfen und Visionen andererseits. „Catherine Lorent arbeitet mit einem erweiterten barocken Kunstbegriff, der die Widersprüche der modernen westlichen Lebensweise und Fragen dialektischen Denkens entlarvt“ (Anna Loporcaro). Die typische Bildsprache und Symbolhaftigkeit des Barock wird in Lorents Werken aufgegriffen, zugleich in die Gegenwart übertragen und dabei ironisch gebrochen. Wenn sich auch füllige Engel und andere Lebewesen und Geschöpfe auf Wolken und vor barocker Architektur tummeln, so erhalten die Arbeiten durch die Verwendung von effektvoll eingesetzten Neonfarben und bunten Bändern einen aktuellen und „Street-Art“-haften Charakter.

Mit über 25 Einzelausstellungen und vielen Performances gilt sie als eine der wichtigsten luxemburgischen Nachwuchskünstlerinnen. Sie studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und Kunstgeschichte an der Sorbonne in Paris sowie an den Universitäten Heidelberg und Luxemburg. 2011 wurde Catherine Lorent für den renommierten Schumanpreis nominiert und für ihre Skulptur "Leviathan.lu" erhielt sie den Prix Révélation.