Erodere

Martin Boyce, Peggy Buth, Christoph Dettmeier, Markus Draper, Sławomir Els-ner, Renata Kaminiski, Haleh Redjaian, Józef Robakowski, Michael Sailstorfer, Krzysztof Zieliński

4. Juli bis 28. August 2010

 

Mit der Ausstellung "Erodere" setzt sich die Reihe zur Gegenwartskunst fort, bei der Künstler eingeladen werden und einen Bezug zur Sammlung des Hauses stiften. "Erodere" (lat. abtragen, abnagen) bezieht sich thematisch auf verschiedene Formen der Erosion. Der Bezug zur "Abtragung" und Veränderung des Ruhrgebietes durch die Industrialisierung wird hier als Metapher für psychologische Prozesse verstanden. Was passiert, wenn eine Struktur zusammenbricht? Welche Veränderungen werden dadurch nötig und sichtbar? Die Künstler-Kuratoren Markus Draper und Sławomir Elsner haben, neben eigenen Arbeiten, mit Martin Boyce, Peggy Buth, Christoph Dettmeier, Renata Kaminiski, Haleh Redjaian, Józef Robakowski, Michael Sailstorfer, Krzysztof Zieliński acht Positionen zusammengestellt, die das Thema in unterschiedlicher Art und Weise beleuchten und deutlich machen, welchen Beitrag aktuelle, internationale Kunst dazu leisten kann. In verschiedenen Medien wie Zeichnung, Fotografie, Malerei, Video und Installation werden individuelle Ideen zum Thema aufgegriffen und führen weit über die Ursprungsidee hinaus.

Michael Sailstorfer beispielsweise zeigt in "Pulheim gräbt" nicht nur eine Veränderung des öffentlichen Raums, hervorgerufen durch das Vergraben einer größeren Geldmenge, die die Bevölkerung finden, bzw. ausgraben durfte, sondern thematisiert damit auch das Engagement wie die Beeinflussung des Individuums durch kapitalistische Strukturen. Józef Robakowski hingegen benutzt erhitzte industrielle Gegenstände, wie Antriebsfedern, um die Haut des Papiers zu verletzen und gewinnt dadurch ornamental-abtrakte Bilder. Renata Kaminski benutzt für Ihre Videoarbeit fehlerhaftes Material des Films "Asphalt Cowboy" und spiegelt so medial die Schwierigkeit der Identitätssuche in veränderten Umgebungen, um nur einige Beispiele aus der Ausstellung zu verdeutlichen.

Zudem werden in der Ausstellung Bezüge zu historischen Positionen zum Thema durch die Präsentation mit Bildern aus der Sammlung des Märkischen Museums Witten deutlich. Einzelne Werke, die zurzeit nicht in der Schausammlung zu sehen sind, verdeutlichen Bezugspunkte zwischen der Sammlungstradition des Museums wie der aktuellen Gegenwartskunst.