Frauke Dannert - Schere, Stein, Papier

Das Ausstellungsprojekt „RuhrKunstSzene“  präsentiert in zehn RuhrKunstMuseen ab September 2014 ein Panorama aktueller Kunst im Ruhrgebiet. Der gemeinsame Auftritt von zehn Kunstinstituten in der dichten Museumslandschaft der Region soll den Blick schärfen für die außerordentliche Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzungen, die sich auf die Region, ihre künstlerische Tradition und Identität beziehen.
Die Künstler, die im Ruhrgebiet geboren wurden, die sich hier niedergelassen haben oder auch temporär hier wirken, haben die Region als wichtiges Anregungspotential verstanden und ihre kulturelle Identität durch ihre Arbeit in die Welt getragen.

Die Ausstellungen des Märkischen Museums Witten waren in den zurückliegenden Jahren vor allem auf künstlerische Entwicklungen der Gegenwart in Gegenüberstellung zu Schlüsselwerken der Moderne und der Nachkriegsabstraktion aus der Sammlung ausgerichtet. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit jungen, aktuellen Positionen wie zum Beispiel von Alicja Kwade, Isa Melsheimer, Katja Strunz oder Thomas Zipp wurde für das Haus ein weiterer Schwerpunkt geschaffen. Darüber hinaus sind Ausstellungen wie die jüngst gezeigte Retrospektive zu Gustav Deppe beispielhaft für den regionalen Bezug. Nun stellen die RuhrKunstMuseen im Rahmen des gemeinschaftlichen Ausstellungsprojekts RuhrKunstSzene die Leistungen der bildenden Künstler des Ruhrgebietes der Vergangenheit und der Gegenwart heraus.
Vor diesem Hintergrund ist es für das Märkische Museum Witten nur konsequent, seine sechs Wechselausstellungsräume der jungen, aufstrebenden Künstlerin Frauke Dannert zur Verfügung zu stellen. Die 1979 in Herdecke geborene Künstlerin ist vor allem für ihre raum- und ortsspezifischen Installationen und Environments bekannt. So setzt sie sich auch im Märkischen Museum Witten im Rahmen von eigens für diesen Ort geschaffenen Strukturen mit den Gegebenheiten der Museumsarchitektur und der Ausstellungsräume auseinander: Frauke Dannert inszeniert hier das Museum als einen erfahrbaren und erlebbaren Ort, an dem der von Raum zu Raum wandelnde Besucher wechselnden visuellen Eindrücken ausgesetzt sowie mit fortwährend veränderbaren Stimmungen und Inszenierungen konfrontiert ist, die aus dem Spannungsfeld zwischen realem und simuliertem Raum schöpfen. Ihre „intermedial“ angelegten Rauminstallationen bieten damit einen sowohl sinnlichen als auch körperlich erfahrbaren Gegenentwurf zur Alltagsumgebung.
Neben Lichtbildern und Teppichobjekten ist vor allem die Collage ihr bevorzugtes künstlerisches Medium. Sie arbeitet dabei sowohl mit analoger Fotografie als auch mit digitalen Bildern aus dem Internet. Ebenso finden „konventionelle“ Zeitungsausschnitte Verwendung sowie unterschiedliche Papiere auf Trägermaterialien wie beispielsweise Messing-, Aluminium-, Holz- und Pressspanplatten.

Die „RuhrKunstSzene“ zeigt fünfzig künstlerische Positionen, zum Teil aus der aktuellsten Produktion der beteiligten Künstler, zum Teil auf die historische Entwicklung zurückgreifend. Die zehn Ausstellungen streben keinesfalls enzyklopädische Vollständigkeit an, vielmehr gilt es, aus unterschiedlichen Facetten einen kaleidoskophaften Einblick in das Kunstgeschehen im Ruhrgebiet zu vermitteln.