B1 - Konstrukteure künstlerischer Form

 

16. Februar - 22. September 2019

 

Helmut Bettenhausen · Bernd Damke · Günter Dohr · Rolf Glasmeier · Kuno Gonschior · Friedrich Gräsel · Ewerdt Hilgemann · Rudolf Knubel · Ferdinand Spindel · Günter Tollmann

 

Das Märkischen Museum Witten ehrt mit dieser Ausstellung die 1969 im Ruhrgebiet gegründete Künstlergruppe B1. Die nach der ehemaligen Bundesstraße, heute A40, benannte Künstlergruppe B1 war eine eher informelle Verbindung von zehn jungen, individuell arbeitenden Künstlern. In ihren Skulpturen, Objekten, Malereien und Grafiken war ihnen das Prinzip der Nicht-Gegenständlichkeit in ihrer Gestaltungsweise gemein. Inspiriert von den technischen Errungenschaften der Gegenwart und der Lebenswirklichkeit des Industrie- und Ballungsraumes an der Ruhr, verwendeten sie meist Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Konsumobjekte oder Industrieprodukte.

 

In einem Manifest von 1969 formulierten sie den Anspruch, das Ruhrgebiet entlang der Route der B1 in vielerlei Hinsicht zu verändern. Es lautet:

 

B 1 - macht Objekte, Projekte, Plastiken, Bilder, Räume

B 1 - arbeitet kinetisch und statisch, mobil und stabil

B 1 - ist produktiv

B 1 - ist auf Fabrikation und Industrie eingestellt

B 1 - spielt und ist immer neugierig

B 1 - sind 10, die an der B 1 leben

die B 1 führt zu B 1

die Umwelt an der B 1 wird von B 1 mitgeprägt.

 

Die von der Gruppe geplanten Projekte konnten nie realisiert werden. Allerdings wurden in späteren Jahren von jedem der zehn Künstler Kunstwerke im öffentlichen Raum im Ruhrgebiet und anderenorts verwirklicht - so auch an Autobahnen oder alten Industriebauten. Die Wittener Ausstellung zeigt ausgesuchte Arbeiten aller zehn Künstler, die vor und während der Gründungszeit der Gruppe entstanden sind. Sie belegen die kunst- und kulturhistorische Bedeutung von B1 für die Region und offenbaren nochmals die avantgardistischen Tendenzen, die noch heute junge, zeitgenössische Künstler*innen beeindrucken und inspirieren. Die Schau leistet einen Beitrag zur Neubewertung im kunsthistorischen Kontext und zu ihrem bedeutenden Einfluss auf das aktuelle Kunstgeschehen.