ACTUAL FACT FACTUAL FACT

Markus Amm – Lothar Götz – Joachim Grommek
Ausstellungskooperation mit der Nunnery Gallery, London

Laufzeit: 17. September bis 30. Oktober 2011

 

Das Märkische Museum Witten zeigt in Kooperation mit der Nunnery Gallery, London (GB) unter dem Titel "Actual Fact/Factual Fact" Werke der Künstler Markus Amm, geb. 1969, Lothar Götz, geb. 1963, beide leben und arbeiten in London, und Joachim Grommek, geb.1957, der in Berlin lebt und arbeitet. Die Ausstellungskooperation thematisiert die "Unmöglichkeit der Allansichtigkeit" mit dem Hinweis auf die sich am Ende als nicht rekonstruierbar erweisende Komponiertheit der Bilder der genannten Künstler. Bei allen drei Künstlern steht primär die Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion im Vordergrund.

Bilder können uns Geschichten erzählen und Bilder können selbst eine Geschichte sein. Sie können mithin etwas außerhalb ihrer selbst vor- oder darstellen und sie können selbst etwas sein. In diesem Sinne differenzierte Josef Albers zwischen "actual fact" und "factual fact", zwischen „physischem Tatbestand“ und "psychischer Wirkung". Folglich betreffen die "factual facts" die physikalische Substanz, die "actual facts" dagegen die psycho-physiologisch bedingte Sensation.

Amm versucht die geometrische Prägnanz einzelner Alltagsgegenstände in den Fokus der Aufmerksamkeit zu stellen. Dabei werden die Elemente auf gerades Lineament und die monochrome Fläche reduziert, entweder mit malerischen Mitteln, reliefartig in Assemblagen oder mit der fotografischen Collage. Lothar Götz schafft in Malereien, Zeichnungen und Installationen fantastische Architekturkonstrukte, wobei er stets auch auf die Kunstgeschichte rekurriert, so zum Beispiel auf Mies van der Rohe und László Moholy-Nagy. Sie verweisen auf die Ästhetik der Farbtheorien des Konstruktivismus und des Bauhauses, wobei bei Götz jedoch Farbe im Allgemeinen zur Spezifizierung von Raumtypen verwendet wird. Auch die malerischen Konstruktionen des gebürtigen Niederländers Joachim Grommek sind zunächst nicht unbedingt eindeutig zu identifizieren und verweisen ebenfalls häufig auf kunsthistorische Zitate (Piet Mondrain, Blinky Palermo, Robert Ryman etc.). So verwendet er er beispielsweise Spanplatten, bemalt deren Oberflächen mit eben der Struktur einer Spanplatte und malt darauf "Klebestreifen", die er so authentisch wiedergibt, dass für den Betrachter der Reiz entsteht, sie abziehen zu wollen. Bei dem Phänomenologen Edmund Husserl heißt es im Kontext des "actual fact/factual fact", mit Blick auf die bei Markus Amm, Lothar Götz und Joachim Grommek mitzubedenkenden Wahrnehmungseigenschaften:"Tritt näher und immer näher, sieh mich dann unter Änderung deiner Stellung, deiner Augenhaltung usw. fixierend an, du wirst an mir selbst noch vieles neu zu sehen bekommen, ...".