Armin Hartenstein - Ähnliche Inseln

4. Juli - 12. September 2021

 

Das Märkische Museum Witten freut sich sehr, eine Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Armin Hartenstein (*1968) im Sammlungsbereich zeigen zu können. Hartenstein hat bei Fritz Schwegler an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und bietet in der aktuellen Schau vornehmlich Wandobjekte, Bilder und Installationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der konzentrierten Präsentation kleinformatiger, collagierter Bildobjekte aus der Serie „Mes Amis de Emmanuel Bove“. Aus Fundstücken, Zeichnungen, Fotos und weiteren Materialien entstehen Einzelstücke und Gruppen fiktionaler, landschaftsartiger Objekte. Der Titel dieser Werke bezieht sich auf den 1924 erschienen Roman des französischen Schriftstellers Emmanuel Bove „Mes Amis“ und umfasst inzwischen 250 Arbeiten, von denen eine Auswahl als Fries im Mittelschiff des Altbaus installiert ist. Die Serie wurde in 2006 begonnen und seitdem kontinuierlich weitergeführt. Die Werke entstehen zumeist während der Reisen und stellen eine zentrale Position innerhalb des künstlerischen Schaffens Armin Hartensteins dar. Er beschreibt die Ausstellungskonzeption und Inhalte wie folgt:

„Über zwanzig kleinstformatige Bildobjekte fassen den Oberlichtsaal friesartig ein. Der Hauptsaal des Museums scheint beinahe leer. Sieht man nähertretend genauer hin, dann eröffnen sich komplexe Bildkonstellationen zwischen Malerei und Relief. Die Objekte aus der Serie der „Mes Amis de Emmanuel Bove“ zeigen teils große kosmische Landschaftsräume, teils ungegenständliche Collagen. Diese kleinen Bilder eröffnen weite Blicke. Schaut man von der Empore in den Saal, scheint es, als schwebe die Deckendauerinstallation „Migof“ von Bernard Schultze als Hausgeist über dem Fries. In den weiteren Räumen begegnen großformatige Bilder und Malereiobjekte ausgesuchten Werken der Museumssammlung. Schon aus der Ferne ist eine dunkle Kraterinsel zu sehen, deren raumgreifende Präsenz im Kontrast zur vermeintlichen Kleinheit der „Mes Amis de Emmanuel Bove“ steht. Das Relief des „Dunklen Tondo“ von 2018 wölbt sich real in den Raum und erschafft die Vorstellung eines vollkommen fremden, neuen Landschaftsraums.“

Die erzählerische Einzelausstellung ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit den Werken des Künstlers und fordert sowohl ein genaues Hinschauen als auch ein Auf-sich-wirken-Lassen, um neue Erfahrungen im Hinblick auf Landschaftsdarstellung und Raumwahrnehmung zu machen.

 

www.arminhartenstein.de