Georg Elser um 1938, Schweizerisches Bundesarchiv, Bern

„Ich habe den Krieg verhindern wollen.“ Stadtarchiv zeigt Plakatausstellung über Georg Elser

75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs präsentiert das Stadtarchiv in der Saalbau-Passage die Plakatausstellung „Ich habe den Krieg verhindern wollen“: Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939. Auf zwölf Plakaten wird mit historischen Bildern und Dokumenten an die Person Georg Elser und an seine Motive zum Attentat auf die NS-Führung erinnert. Gleichzeitig dokumentieren die Exponate die damaligen Ermittlungen und die Festnahme des Widerstandskämpfers, seine KZ-Haft und seine Ermordung.

„Wir zeigen zum zweiten Mal mit sparsamen Mitteln eine Ausstellung im „Zeittunnel“ am Standort des Stadtarchivs. Gerade während dieser Pandemie haben Interessierte die Gelegenheit, bei frischer Luft in der beleuchteten Passage ein historisches Bildungsangebot im öffentlichen Raum zu nutzen“, betont Dr. Martina Kliner-Fruck, Leiterin des Stadtarchivs Witten. Die Ausstellung läuft vom 18. Mai bis zum 10. Juni 2020. Sie ist montags bis donnerstags (außer an Feiertagen) von 10 bis 16 Uhr in der Saalbau-Passage zu sehen und frei zugänglich.

Wer war Georg Elser?

1938 entschloss sich der aus Königsbronn stammende Schreiner Johann Georg Elser, die nationalsozialistische Führung – Hitler, Göring und Goebbels – zu töten. Er wollte so den drohenden Krieg verhindern. Er wusste, dass Hitler regelmäßig am 8. November zum Jahrestag seines Putschversuchs von 1923 im Münchener Bürgerbräukeller sprach. Elser verschaffte sich Zugang zum Veranstaltungsort und präparierte in wochenlanger Arbeit dort eine tragende Säule des Veranstaltungssaals für die Aufnahme eines Sprengkörpers. Am 8. November 1939 verließ Hitler unerwartet nur wenige Minuten vor der Explosion den Versammlungssaal und entkam dem Anschlag. Georg Elser, bis dahin unerkannt, wurde um etwa diese Zeit beim Versuch, in die Schweiz zu entkommen, von Zollbeamten in Konstanz festgenommen und wegen verdächtiger Gegenstände in seinen Taschen der Polizei übergeben. Nach tagelangen Verhören in München gestand er schließlich seine Tat und bekräftigte seine Absicht, durch die Tötung Hitlers den Weg zu einem europäischen Frieden öffnen zu wollen. Wenige Wochen vor Kriegsende wurde der damals 42-Jährige am Abend des 9. April 1945 nach über fünf Jahren Haft ohne Gerichtsurteil auf Anordnung Hitlers im Konzentrationslager Dachau durch einen SS-Mann als Vollstrecker ermordet.

Die Nationalsozialisten sahen in Elser zunächst ein Werkzeug des britischen Geheimdienstes. Auch nach 1945 wurde er oftmals diffamiert. Seine Alleintäterschaft kann heute nicht mehr angezweifelt werden und Georg Elser gilt als konsequenter Gegner der NS-Diktatur.
Die Plakatausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand entstand mit Unterstützung der Bundeszentrale und Landeszentrale für politische Bildung. Peter Steinbach und Johannes Tuchel verfassten die Texte.


Quellen u. a.: Webseite Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
Bildnachweis: Georg Elser um 1938, Schweizerisches Bundesarchiv, Bern

Laufzeit der Ausstellung: 18.05.-10.06.2020, montags bis donnerstags (außer an Feiertagen) von 10 bis 16 Uhr
Veranstaltungsort: Saalbau-Passage, Bergerstraße 25, 58452 Witten
Veranstalter: Stadtarchiv Witten

Termin

Eintrittskarten und Vorverkauf

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Veranstaltungsort

Stadtarchiv
Bergerstraße 25
58452 Witten

Veranstalter

Stadtarchiv Witten

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