Beate Albrecht, 11.11.2013

Förderrichtlinien / Kulturforum Witten / Überarbeitung 2013

Witten hat viel Platz für Sozio – und Veranstaltungskultur. Professionelle in Witten erstellteKunst wird, wenn überhaupt nur marginal gefördert. Will Witten neben einer ( Sozio - )Kulturstadt auch Kunststadt sein, braucht es Raum dafür – ideell und materiell. Ausgangsbasis für eine Auseinandersetzung dafür, sind die Richtlinien der freien Kulturförderung – folgende Vorschläge zur Überarbeitung:


1. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.  Art 5/Abs.3 GG

Auch die Wittener Förderrichtlinien sollen sich an unserem Grundgesetz orientieren und frei von jeglichen Einschränkungen desselben sein - siehe `... mit erkennbar parteipolitischem Charakter oder totalitären Tendenzen ...´ . Dieser Zusatz in falschen Händen, geben Raum für Zensur und Unterdrückung von Mensch und Kunst – deutsche Vergangenheit als Negativbeispiel genannt.


2. Fachleute in die Gremien

Vom Kulturforum geförderte Projekte sind meist im soziokulturellen Bereich angesiedelt, eine Förderung von professionellen Künstler_innen und damit eine spartenvertiefende Förderung findet nur im geringen Maße statt. Um deren Projekte zu beurteilen, braucht es Fachleute, die die jeweilige Sparte kennen, die im Auswahlgremium mit ihrer fachlichen Kompetenz wirken und mit entscheiden. 


3. Einheitliche Handhabe bei Förderpartnerschaft / Einzelförderung

Die Vergabe der Förderpartnerschaften wird unterschiedlich gehandhabt. Die Richtlinien sehen eine mittel- und langfristige Finanzierung im Zeitraum von 2- 4 Jahren vor, was von Antragssteller_innen, als einmalige Antragsstellung einer großen Summe für eben 2- 4 Jahre verstanden und auch so gehandhabt wurde, zum anderen aber auch jeweils große Summen jährlich an die gleichen Antragssteller_innen vergeben wurden und wird. Die Begründung für die jährlichen großen Förderbeträge, dass eine Professionalisierung derselben damit verbunden sei, wirft die Frage auf, ob dieses Ziel erreicht wird / wurde? Ob die Professionalisierung von den Initiativen überhaupt beabsichtigt wird / wurde?


4. Erhöhung der Fördersumme für Einzelprojekte

Da es in den letzten Jahren keine klare Abgrenzung zwischen Förderpartnerschaft (P) und Einzelförderung (E) gab, wurden für Einzelprojekte hohe Summe gegeben, da diese als Partnerschaft angesehen wurden, andere jedoch nicht. Zum einen muss die Vergabe der Fördermittel eine klare Differenzierung der beiden Modelle P und E aufweisen, zum anderen ist der Bedarf nach höheren Summen für Einzelprojekte, gerade für professionelle stark vorhanden. Will Witten eine Stadt für professionelle Kunstprojekte sein, die Ungewöhnliches wagen, über den gewohnten Tellerrand schauen, Auseinandersetzung mit Kunst evozieren so ist mehr Geld nötig. Und das führt zum nächsten Punkt ...


5. Mindestens 1% des Kulturforums Haushalts für die freie Kunst / Kultur

Der Fördertopf muss insgesamt angehoben werden. Zieht man den Zuschuss der Stadtwerke ab, so bleiben weniger als 0,3 % des Etats des Kulturforums für die Förderung der freien Szene. Mit nur einem 1% des Haushalts also ca. 60 000 Euro kann die Grundlage für spannende eben auch professionelle Projekte gelegt werden, Drittmittel sind u.a. für die Antragssteller_innen viel leichter zu akquirieren.


6. Beratung über Projekte

Die Beratung zu den eingereichten Anträge muss intensiviert werden. Es muss für jedes eingereichte Projekt vorab eine inhaltliche Diskussion stattfinden Gerade bei großen Projekten sollten die Antragssteller_innen Gelegenheit haben im Fördergremium Stellung dazu zu nehmen, möglichen Bedenken mündlich zu begegnen.