Paul Heinrich Möhrke im Jahr 1975, Foto: Möhrke, Repro J. Fruck, Quelle: Privatsammlung Möhrke

Ein Stolperstein für Paul Heinrich Möhrke

Verlegung am 12.11.2019, Galenstraße 24, Witten-Mitte

Paul Heinrich Möhrke wurde am 5. Dezember 1912 als Sohn der Anna Elfriede und des Fritz Ferdinand Möhrke in Witten geboren. Seit 1928 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Der gelernte Dachdecker beteiligte sich nach Auflösung des KJVD 1933 an dem „illegalen“ Kampf gegen das Nazi-Regime. Am 30. Juni 1933 wurde er von der SS gefangen und in den sogenannten „Tränenkeller“ im damaligen Wittener Lyzeum, heute Schiller-Gymnasium, gebracht. Dort folterten ihn Hilfspolizisten bis zur Unkenntlichkeit und Bewusstlosigkeit. Schwer verletzt wurde er im Marienhospital Witten stationär behandelt. Von dort flüchtete Paul Möhrke nicht geheilt und vorzeitig, da er von einem der SS angehörigen Schulkameraden vor einer erneuten Verhaftung gewarnt worden war. Paul Heinrich Möhrke konnte versteckt als ungemeldeter Landarbeiter in Mittel- und Süddeutschland überleben. Er starb am 24. Juni 1975 im Alter von 62 Jahren in Witten.

Das Wittener Friedenforum stiftete den Stolperstein für Paul Heinrich Möhrke und recherchierte zu seinem Schicksal in der NS-Zeit.


Text: Katharina Boden, red. Bearbeitung Stadtarchiv Witten; Quellen: Stadtarchiv Witten: Meldeinformationen, Personenstandsurkunden; Privatsammlung Möhrke; Landesarchiv NRW: Reg. Arnsberg, Nr. 27447, Nr. 27448, Klein, Ralph: „Die Wände waren mit Blut bespritzt ...“. Der „Tränenkeller“ im Schillerlyzeum Witten, Bremen/Wuppertal 2017, S. 51 f.



Bildnachweis: Paul Heinrich Möhrke im Jahr 1975
Foto: Möhrke, Repro J. Fruck, Quelle: Privatsammlung Möhrke