Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Martha Katz geborene Kaufmann

Verlegung am 12.11.2019, Steinstraße 25, Witten-Mitte


Martha Katz geborene Kaufmann wurde am 15. November 1896 in Witten in der Bahnhofstraße geboren. Ihre Mutter war Helene Kaufmann geborene Ries, ihr Vater Joseph Kaufmann. Drei ihrer vier Geschwister starben im frühen Säuglingsalter. Martha besuchte zunächst die Volksschule und von 1906 bis 1912 das Städtische Lyzeum, heute Schiller-Gymnasium. 1921 zog sie mit ihren Eltern in das familieneigene Haus Steinstraße 25. Ihr fünf Jahre jüngerer Bruder Alfred war kurz zuvor verstorben. 1922 heiratete Martha Kaufmann in Witten den aus Nordhausen stammenden Theodor Katz. Ein Jahr später brachte sie den Sohn Alfred Felix und 1926 die Tochter Liesel zur Welt. Im April 1939 musste die Familie Katz aufgrund des rassistischen Verfolgungsdrucks durch die Nazis zwangsweise Witten verlassen und zog nach Köln. Von dort wurde Martha Katz mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter und ihrer Mutter Anfang Oktober 1942 in das Ghetto Theresienstadt und zwei Jahre später am 23. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet. Sie war damals 47 Jahre alt. Martha Katz wurde 1953 durch Beschluss des Amtsgerichts Köln mit Wirkung zum 31. Dezember 1945 für tot erklärt. In Köln erinnert an der Lothringer Straße 39 ebenfalls ein Stolperstein an Martha Katz.


Patinnen und Paten der sechs Stolpersteine vor dem Haus Steinstraße 25 sind: Bündnis 90 Die Grünen, Ortsverband Witten, Piratenpartei Ennepe-Ruhr-Kreis, SPD Ortsverein Witten-Innenstadt und Dr. Jochen Stemplewski. Zwei Stolpersteine stifteten Studierende des IBAM (Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin der Universität Witten / Herdecke).


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Gewerbekartei, Personenstandsunterlagen; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried. „...vergessen kann man das nicht“: Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 108; Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.



Foto: J. Fruck