Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Josef Kaufmann

Verlegung am 12.11.2019, Steinstraße 25, Witten-Mitte


Josef Kaufmann, geboren am 21. Mai 1870 in Stolberg, Kreis Aachen, war Kaufmann von Beruf und späterer Inhaber des Großhandels für Wollwaren und Trikotagen der Firma „A. Coppel und Nachfolger“ in Witten. Er hatte sich von Eschweiler kommend im Januar 1895 in Witten in der Bahnhofstraße 22 niedergelassen, wohin wenige Wochen später auch seine Ehefrau Helene zog. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Drei von ihnen starben bereits im Säuglingsalter. Der jüngste Sohn Alfred wurde nach schwerer Krankheit nur 19 Jahre alt. Nach dessen Tod 1921 zog Josef Kaufmann mit seiner Ehepartnerin und der Tochter Martha in das familieneigene Haus Steinstraße 25. Josef Kaufmann war aktives Mitglied und über mehrere Jahre stellvertretender Repräsentant der Synagogengemeinde Witten. Er soll sich besonders für die sozialen Belange der Mitglieder engagiert haben. Josef Kaufmann starb im Alter von 65 Jahren am 14. Januar 1936 im Evangelischen Krankenhaus in Witten. Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof im Ledderken.


Patinnen und Paten der sechs Stolpersteine vor dem Haus Steinstraße 25 sind: Bündnis 90 Die Grünen, Ortsverband Witten, Piratenpartei Ennepe-Ruhr-Kreis, SPD Ortsverein Witten-Innenstadt und Dr. Jochen Stemplewski. Zwei Stolpersteine stifteten Studierende des IBAM (Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin der Universität Witten / Herdecke).


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: u. a. Meldeinformationen, Gewerbekartei, Personenstandsunterlagen, Zeitzeugenberichte, Adressbücher; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried. „...vergessen kann man das nicht“: Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 111.



Foto: J. Fruck