Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Mathilde Adele Bier geborene Grünebaum

Verlegung am 12.11.2019, Gerberstraße 9, Witten-Herbede

Mathilde Adele Bier geborene Grünebaum wurde am 16. März 1884 als Tochter des Händlers Abraham Grünebaum und dessen Ehefrau Caroline in Herbede geboren. Sie heiratete den Weinhändler Julius Bier aus Düsseldorf und lebte zwischenzeitlich nicht in Herbede. Vor ihrer Deportation war Mathilde Bier in Herbede, zuletzt mit ihrer Schwester Alma bis zum 28. April 1942 im Haus Gerberstraße 9 gemeldet. Zwei Tage später wurde sie, damals 58 Jahre alt, von Dortmund in das Zwangsarbeitslager Zamosc verschleppt und danach ermordet. Das Amtsgericht Hattingen erklärte Mathilde Bier 1952 mit Wirkung zum 31. Dezember 1945 für tot.


Den Stolperstein für Mathilde Bier stifteten der Heimatverein Herbede und der Bürgerkreis Herbede.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: Personenstandsunterlagen, Meldeinformationen, Best. Herbede, 1.17.1: Verschickung der Juden, Naziuntaten; Jürgen Därmann, Axel Scheibe: „Unser Dorf ist judenrein“. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Herbede im 20. Jahrhundert, in: Jahrbuch des VfOHM 87 (1989), S. 167-211; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 17; Prior, Ralf (Hg.): Ohne Rückkehr. Die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942, Essen 2012, S. 70; Bundesarchiv Koblenz, Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.



Foto: J. Fruck