Rosa Stern geb. Rosenbaum (1. v. links stehend) mit ihrer Familie 1902 vor dem Schuhwarenhaus Abraham Rosenbaum in Herbede, damals Bahnhofstraße 6. Foto: Rosenbaum, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten

Ein Stolperstein für Rosa Stern geborene Rosenbaum

Verlegung am 12.11.2019, Gerberstraße 9, Witten-Herbede


Rosa Stern kam am 17. Juni 1875 als Tochter des Anstreichermeisters Abraham Rosenbaum und seiner Frau Julie geborene Grünebaum in Herbede zur Welt. Ihre Eltern führten auf der damaligen Bahnhofstraße 6 in Herbede ein Schuhwarengeschäft. 1911 heiratete sie in Dorstfeld den Kaufmann David Stern aus Kirchhain. Sie selbst war zum Zeitpunkt der Eheschließung Geschäftsinhaberin. 1930 zog sie mit ihrem Ehepartner und ihrer 1913 geborenen Tochter Ilse von Dortmund zurück nach Herbede. Im Dezember 1938 musste Rosa Stern den per Gesetz für jüdische Frauen und Mädchen angeordneten Zwangsvornamen „Sara“ beim Standesamt Herbede beantragen. Im Zuge der nationalsozialistischen Entrechtungs- und Enteignungspolitik gegenüber der jüdischen Bevölkerung war Rosa Stern gezwungen, 1941 mit ihrem Ehepartner in das Haus Gerberstraße 9 zu ziehen. Am 29. Juli 1942 deportierte die SS sie ab Dortmund in das sogenannte Ghetto von Theresienstadt. In diesem Transport befand sich auch ihr Ehemann David, der 1944 in Theresienstadt ums Leben kam. Im selben Jahr verschleppte die SS Rosa Stern weiter in das Vernichtungslager Auschwitz und ermordete sie dort am 15. Mai 1944. Zum Zeitpunkt ihres Todes war sie 68 Jahre alt. In Erinnerung an Rosa Stern benannte der Rat der Stadt Witten im Jahr 2007 eine Straße im Ortsteil Vormholz nach ihr.


Den Stolperstein für Rosa Stern geborene Rosenbaum stifteten der Heimatverein Herbede und der Bürgerkreis Herbede.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: Personenstandsunterlagen, Meldeinformationen, Best. Herbede, 1.17.1: Verschickung der Juden, Naziuntaten u. a.; Stadtarchiv Dortmund: Personenstandsunterlagen; Jürgen Därmann, Axel Scheibe: „Unser Dorf ist judenrein“. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Herbede im 20. Jahrhundert, in: Jahrbuch des VfOHM 87 (1989), S. 167-211; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 262; Bundesarchiv Koblenz, Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.



Bildnachweis: Rosa Stern geb. Rosenbaum (1. v. links stehend) mit ihrer Familie 1902 vor dem Schuhwarenhaus Abraham Rosenbaum in Herbede, damals Bahnhofstraße 6.

Foto: Rosenbaum, Repro J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten