Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für David Stern

Verlegung am 12.11.2019, Gerberstraße 9, Witten-Herbede


Der Kaufmann David wurde am 25. April 1875 als Sohn der Handelsleute Hirsch und Julchen Stern in Holzhausen, Kreis Kirchhain im Hessischen geboren. 1911 heiratete er in Dorstfeld die aus Herbede stammende Rosa Rosenbaum und lebte mit ihr zunächst in Dortmund, ab 1930 in der Bahnhofstraße 6 in Herbede, anschließend in der Hauptstraße. Sein Geschäft, ein Schuhwarenhandel, befand sich im Haus Hauptstraße 56, heute Meesmannstraße. David Stern war auch als Schriftführer im Vorstand der jüdischen Gemeinde tätig. Im Zuge des Novemberpogroms 1938 verschleppten ihn die Nazis in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin. Wann er aus der KZ-Haft entlassen wurde, ist nicht genau bekannt. Nachdem David Stern 1941 aus dem Haus Hauptstraße 35 in die Gerberstraße 9 ziehen musste, wurde er am 27. Juli 1942 nach Dortmund verschleppt und von dort zwei Tage später mit 967 weiteren Jüdinnen und Juden in das Ghetto von Theresienstadt deportiert. David Stern kam im Alter von 68 Jahren am 16. März 1944 in Theresienstadt ums Leben. Er wurde durch Beschluss des Amtsgerichts Dortmund im Juni 1954 mit Wirkung zum 31. Dezember 1945 für tot erklärt.


Den Stolperstein für David Stern stifteten der Heimatverein Herbede und der Bürgerkreis Herbede.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: Personenstandsunterlagen, Meldeinformationen, Best. Herbede, 1.17.1: Verschickung der Juden, Naziuntaten u. a.; Stadtarchiv Dortmund: Personenstandsunterlagen; Jürgen Därmann, Axel Scheibe: „Unser Dorf ist judenrein“. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Herbede im 20. Jahrhundert, in: Jahrbuch des VfOHM 87 (1989), S. 167-211; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried: „...vergessen kann man das nicht“. Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 263; Bundesarchiv Koblenz, Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.



Foto: J. Fruck