Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Selma Rosenberg geborene Grünebaum

Verlegung am 12.11.2019 gegenüber Gerberstraße 1, Witten-Herbede

Selma Grünebaum kam am 31. März 1890 als Tochter der Viehhändler Meier und Caroline Grünebaum geborene Huhn in Herbede zur Welt. 1912 heiratete sie den aus Dorstfeld stammenden Viehhändler Siegfried Rosenberg. Mit ihrem Ehemann wohnte sie im elterlichen Haus Gerberstraße 6, das heute nicht mehr existiert. Nachdem das Ehepaar zwangsweise Haus und Grund verkaufen musste, zog Selma Rosenberg mit ihrem Ehepartner zu Verwandten nach Dortmund-Mengede. Selma Rosenberg wurde – wie ihr Ehemann – von der SS am 27. Januar 1942 von Dortmund in das Ghetto von Riga deportiert. Am 9. August 1944 verschleppte die SS Selma Rosenberg weiter in das Konzentrationslager Stutthof bei Danzig. Bei ihrer Ankunft dort gab sie ein späteres Geburtsjahr an und erhoffte sich damit bessere Überlebenschancen. Knapp zwei Monate später, am 1. Oktober 1944, wurde Selma Rosenberg im Alter von 54 Jahren ermordet.

Den Stolperstein für Selma Rosenberg geborene Grünebaum stifteten der Heimatverein Herbede und der Bürgerkreis Herbede.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: Personenstandsunterlagen, Wiedergutmachungssache Jewish Trust Corporation Rosenberg gegen Gemeinde Herbede, u.a.; Därmann, Jürgen; Scheibe, Axel: „Unser Dorf ist judenrein“. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Herbede im 20. Jahrhundert, in: Jahrbuch des VfOHM 87 (1989), S. 167-211; Kliner-Lintzen, Martina, Pape, Siegfried. „...vergessen kann man das nicht“: Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 194; Auskunft Archiv Museum Stutthof Mai 2019; Bundesarchiv Koblenz... u. a.; Bundesarchiv Koblenz, Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.


Foto: J. Fruck