Foto: J. Fruck

Ein Stolperstein für Siegfried Rosenberg

Verlegung am 12.11.2019 gegenüber Gerberstraße 1, Witten-Herbede

Siegfried Rosenberg kam am 9. April 1883 als Sohn der Eheleute Leeser und Mina Rosenberg geborene Falk in Dorstfeld zur Welt. Seine Eltern waren Viehhändler. Nach seiner Heirat 1912 mit Selma Grünebaum zog er zu ihr nach Herbede in die damalige Gerberstraße 6. Dort betrieben seine Schwiegereltern Meier und Caroline Grünebaum ebenfalls einen Viehhandel, den Siegfried Rosenberg übernahm. Da er Jude war, musste er im Zuge der rassistischen Entrechtungs- und Verdrängungspolitik der Nazis seinen Handel einstellen, das eheliche Eigentum zwangsweise verkaufen und das damalige Dorf Herbede unfreiwillig verlassen. Ab 1938 wohnte er in Dortmund-Mengede. Siegfried Rosenberg wurde im Alter von 58 Jahren am 27. Januar 1942 ab Dortmund in das Ghetto von Riga deportiert und ermordet.
 

Den Stolperstein für Siegfried Rosenberg stifteten der Heimatverein Herbede und der Bürgerkreis Herbede.


Text: Martina Kliner-Fruck, Quellen: Stadtarchiv Witten: Personenstandsunterlagen, Wiedergutmachungssache Jewish Trust Corporation Rosenberg gegen Gemeinde Herbede, u.a.; Stadtarchiv Dortmund, Personenstandsunterlagen; Jürgen Därmann, Axel Scheibe: „Unser Dorf ist judenrein“. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Herbede im 20. Jahrhundert, in: Jahrbuch des VfOHM 87 (1989), S. 167-211; Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried. „...vergessen kann man das nicht“: Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, Bochum 1991, S. 194; Auskunft Archiv Museum Stutthof Mai 2019; Bundesarchiv Koblenz... u. a.; Bundesarchiv Koblenz, Onlineversion des Gedenkbuchs Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945.



Foto: J. Fruck