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Betreff „Elfriede“ - Wer weiß etwas?

Stadtarchiv und Friedensforum bitten um Unterstützung

Derzeit forscht das Friedensforum Witten unter fachlicher Begleitung des Stadtarchivs zu Anna Elfriede Möhrke, geborene Christoph. Sie war am 12. März 1933 als Mitglied der KPD in die Wittener Stadtverordnetenversammlung gewählt worden, konnte ihr Amt jedoch nicht antreten, da sie wie alle Mitglieder der KPD von den Nationalsozialisten unter den Verdacht des Hochverrats gestellt und von Vertretungskörperschaften der Gemeinden ausgeschlossen wurde. Anna Elfriede, Rufname Elfriede, kam am 29. Oktober 1890 in Groß Gay Abbau, Kreis Samter in Posen, als Tochter der Eheleute Friedrich und Helene Christoph zur Welt. 1908 heiratete sie in Witten Fritz Ferdinand Möhrke und wohnte mit ihm, zwei Söhnen und einer Tochter seit 1915 bis in die 1930er Jahre in der damaligen Wilhelmstraße 24, heute Galenstraße. Der Historiker Ralph Klein hatte bei seinen Forschungen zum „Tränenkeller“ in Archiven herausgefunden, dass Elfriede Möhrke aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der KPD als politische Gegnerin des NS-Regimes von den Nationalsozialisten verfolgt, wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verhaftet und in mehrere Haftstätten und NS-Konzentrationslager eingewiesen worden war. Frau Möhrke überlebte die Verfolgungszeit und wohnte seit 1946 in der Wilhelmstraße 19 (umbenannt 1947 in Galenstraße) und in den 1950er Jahren in der Kirchstraße, bevor sie für einige Jahre verzog. 1971 kehrte sie nach Witten zurück. Hier starb Anna Elfriede Möhrke am 29. April 1974.

 

Gesucht werden Nachfahren der Anna Elfriede Möhrke, die mit Fotos, persönlichen Dokumenten und Erinnerungen die amtlichen Quellen aus dem Stadtarchiv und die Informationen auswärtiger Archive und Gedenkstätten ergänzen könnten. Sollten Sie helfen können, wenden Sie sich bitte per E-Mail mit dem Betreff „Elfriede“ an: stadtarchiv@stadt-witten.de oder unterstützen Sie das nächste Forschungstreffen am Dienstag, den 2. April, ab 14 Uhr direkt im Stadtarchiv Witten, Bergerstraße 25.

 

Quellen: u. a. Stadtarchiv Witten, Verwaltungsbericht der Stadt Witten für das Jahr 1933, W-Neu, 110.2004.3.73; Personenstandsunterlagen  Best. A 134.2011.1.B. Bd. 2, 1908/245, 1.C. Bd. 1, 1945/399; 1.C.1974 Bd. 1, 1974/473, div. Adressbuch der Stadt Witten 1930 ff.; Klein, Ralph. „Die Wände waren mit Blut bespritzt …“ Der „Tränenkeller“ im Schillerlyzeum Witten. Bremen/Wuppertal 2017.