Einweihung der Gedenktafel an der Husemannstraße 17 für die Familie Eichengrün; Foto: Jörg Fruck

Dokumentation „Erinnern für die Zukunft“ – „Villa Eichengrün“

Rede von Dr. Ulrich Schröder anlässlich des 80. Jahrestags der ‚Pogromnacht‘ am 9. November 2018: Einweihung einer Gedenktafel vor dem Hause Husemannstraße 17 Speech at the 80th return oft the Pogromnacht at 9th of november 2018 – Reveal of a rememberance plate at Husemannstraße 17


(übersetzt von Dr. Kerstin Glathe)


Auch im Namen der heutigen Eigentümergemeinschaft der Villa Eichengrün möchte ich Sie und Euch an diesem 9. November herzlich begrüßen und danke Bürgermeisterin Sonja Leidemann für ihre einleitenden Worte! Das Haus, vor dem wir stehen, hat bekanntlich eine bewegte Geschichte: Erbaut im späten Jugendstil mit klassizistischen Elementen, wurde es 1924 fertiggestellt; in jenem Jahr, als der 1855 geborene sechsfache Familienvater Salomon Eichengrün verstarb. Seine elf Jahre jüngere Frau Bertha sah sich somit zudem vor die große Aufgabe gestellt, von ihrem Mann die Teilhaberschaft des Bekleidungswarengeschäftes „Gebrüder Alsberg“ zu übernehmen, bis ihrem Sohn Max diese Aufgabe 1928 zuteil wurde. Auch heute noch ist am Standort des fortan unter „Alsberg & Blank“ firmierenden Geschäfts in der Bahnhofstraße ein ähnlich großes Wittener Kaufhaus zu finden.

Representing the actual owner community of „Villa Eichengrün“ I welcome you all on this 9th of november and my thanks go to Sonja Leidemann for her introduction. The house we are right now facing had a moved history. Build in the late art-nouveau-style with elements of classicism it was finished in 1924. That was exactly the year when the father of six, the 1855 born Salomon Eichengrün, died. His 11 years younger wife was now facing in addition to manage the warehouse „Gebrüder Alsberg“ of which Salomon was a partner. 1928 her son Max could take over the task. Still today at the place of the old warehouse we find a similar big warehouse today.


Versuchen wir einmal, uns in jene Zeit und in die Situation von Bertha Eichengrün und ihrer großen Familie hineinzuversetzen: Einige der längst erwachsenen Kinder hatten Witten bereits verlassen und sich (meist schon verheiratet) andernorts niedergelassen – so etwa der älteste Sohn Arthur, der als promovierter Jurist seit 1922 eine Anwaltskanzlei in Düsseldorf unterhielt. Gleiches gilt für den jüngsten der vier Söhne, Dr. Paul Eichengrün, der sich 1924 als Zahnarzt in Gelsenkirchen niederließ und Mäzen des Vereins Schalke 04 wurde. Auch die beiden Töchter des Hauses, Martha und Johanna, waren bereits außerhalb Wittens – in Köln und Eisenach – verheiratet.

Trying to see things out of the perspective of Bertha Eichengrün and her big family: Some of the matured children had left Witten and lived in other places, some were married. The oldest son Arthur was a doctor in rights and had a registry in Düsseldorf. The youngest of the four sons, Dr. Paul Eichengrün settled 1924 in Gelsenkirchen as a dentist. He was patron of the football club Schalke 04. The daughters of the house, Martha and Johanna, lived in Cologne and Eisenach and were married.


Die Wittener Villa umgab seinerzeit ein großer Garten samt Tennisplatz statt Parkplätzen. Nur zwei der sechs Kinder von Bertha und Salomon konnten diese Annehmlichkeiten regelmäßig nutzen: So lebte hier der zweitälteste Sohn Max zusammen mit seiner Frau Änne und Sohn Hans bis 1938. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Otto, der bis kurz nach seiner Eheschließung 1930 in der damaligen Blücherstraße 17 lebte, entlastete Max seine Mutter zunehmend bei der Geschäftsleitung. Zudem wohnte ein Neffe Berthas, Siegfried Eichengrün, im Hause und leitete eine Filiale der Firma in Langendreer.

The Villa in Witten by that time was surrounded by a big garden and a tennis court where now is a parking space. Only 2 of Berthas 6 children profited from the luxury: The second oldest son Max with his wife Änne and son Hans lived here until 1938. Together with his younger brother Otto, who lived in Blücherstraße 17 untill he got married, they tried to keep the load of the buisiness from their mothers shoulder. Berthas nephew Siegfried lived as well in the house and was the chairman of the affiliate store in Bochum-Langendreer.


Anfang der 1930er Jahre stand das Leben in der Villa also in voller Blüte. Doch bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten flog der erste Stein durch ein Fenster des Hauses, und 1937 erfuhr Bertha Eichengrün noch kurz vor ihrem Tode den geballten antisemitischen Hass, als Nazi-Schergen die damals 71-Jährige zwangen, mit einem erniedrigenden Schild um den Hals an einem Fackelzug durch Wittens Straßen teilzunehmen.[1] Die zutiefst beleidigende Aufschrift des Schildes möchte ich an dieser Stelle nicht wiederholen.

At the beginning of the 30th, life in the Villa was in full blossom. But shortly after the overtake of the Nazis the first stone flew through the window. And short time before her death in 1937 Bertha had to suffer the full antisemistic hate of the Nazis. They forced the 71 year old to take part in a torchlight procession with an embarrassing plate around her neck. The deeply insulting words on the plate should not be repeated here.


Bertha Eichengrüns Todestag jährte sich am 26. November 2017 zum 80. Mal. Zwar starb sie eines natürlichen Todes, doch dürfte die erfahrene Demütigung durch die Nationalsozialisten dazu beigetragen haben, ihre Lebenszeit zu verkürzen. Zu den Bewohnerinnen des Hauses gehörte seit 1934 auch die Jüdin Jeanette Weil, die Bertha in ihren letzten Lebensjahren als Hausdame zur Seite stand und 1937 nach England floh.

On november 26th the day of death of Bertha returned for the 80th time. She died a natural death, but the humilation through the Nazis might have shortened here lifetime.

As well living in the Villa was since 1934 the jewish housemaid Jeanette Weil. She helped Bertha in her late years and fled to England in 1937.


Drei der sechs Kinder von Bertha und Salomon überlebten mit ihren Familien die Nazi-Tyrannei: 1936 wanderte Otto Eichengrün nach England aus, wo seine Frau Regina und Tochter Marion schon seit 1935 lebten. Aus familiären Gründen kehrte Otto jedoch noch einmal nach Witten zurück, wo er bis kurz nach dem Tod seiner Mutter blieb. 1941 meldete er sich freiwillig zur britischen Armee. Er starb 1985 in London.

Three of the six children of Bertha and Salomon Eichengrün survived the Nazi thyranny: Otto emmigrated 1936 to England where his wife Regina and his daughter Marion lived already since 1935. For the late days of his mother Otto returned to Witten and stayed until shortly after her death. In 1941 he became a soldier of the British Army by free will. He died 1985 in London.


Eine besondere Fluchtgeschichte hatte Max Eichengrün: Nachdem er 1938 nach Berthas Tod mit seiner Frau Änne und Sohn Hans nach Dortmund verzogen war, wurde er am 6. Oktober ´38 wegen „Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Arisierung“ von der Gestapo verhaftet. Im Polizeigefängnis Bochum wurden ihm sowie seinem Teilhaber Max Blank Unterschriften zum Verkauf der Firma weit unter Wert sowie eine Erklärung zur sofortigen Auswanderung abgepresst. Infolge des Novemberpogroms wurde Max Eichengrün in das KZ Sachsenhausen deportiert. Nach seiner Entlassung musste er Zwangsarbeit im Gleisbau leisten. Erst im August 1941 erhielt die Familie ein Einreisevisum für die USA. In einem versiegelten Zug von Berlin über Frankreich und Spanien nach Portugal gelangten Max, Änne und Hans nach Illinois, wo Max zunächst als Verkäufer in einem Bekleidungsgeschäft arbeitete. Max verstarb 1976.

A special story of fled was that of Max Eichengrün: He moved to Dortmund after the death of his mother together with his wife Änne and his son Hans and was there arrested by the Gestapo on the 6th of october 1938 because of „action against the laws of arisation“. In the policecourt he and his partner Max Blank were forced to sell the warehouse to a very low price and as well forced to leave Germany immideately. After the pogrom in november 1938 Max was deported to the KZ Sachsenhausen. Later he had to do compulsory labour at the railway. It was until 1941 that the family got a visum for the USA. In a sealed train from Berlin via France and Spain to Portigal Max, Änne and Hans made it to Illinois. Max worked as a seller in a Boutique and died 1976.


Der wohl prominenteste Spross der Familie war Dr. Paul Eichengrün: Unter dem Titel „Verfolgung und Entrechtung“ ist im Netzportal „Gelsenzentrum“ eine ausführliche Dokumentation seiner Familiengeschichte zu finden, die auf der Forschung der Stadtarchive Gelsenkirchen und Witten basiert. Nicht nur als Mäzen, sondern auch als Vorstandsmitglied des späteren sechsfachen deutschen Meisters Schalke 04 hatte er wesentlichen Anteil am sportlichen Erfolg des Vereins. Doch dies schützte ihn keineswegs vor Repressalien. Ich zitiere: „Als der DFB [...] im April 1933 den Ausschluss von Juden aus führenden Stellungen der Vereine beschloss, ‚verabschiedete‘ der FC Schalke 04 [auch] seinen 2. Vorsitzenden [...].“[2]

The most prominent family member was Paul. In the netportal „Gelsenzentrum“ you can find a wide documentation of his family story under the titel of: „persecution and deprivation“. It is based on the research of the archives (Stadtarchive) Witten and Gelsenkirchen. Paul was patron and as well board member of the later six times German champion Schalke 04 and he was essentially involved in the success of the club. But nevertheless that was no shelter. „When the DFB (Deutscher Fußball Bund) decided the exclusion of jews in leading positions in 1933, as well the FC Schalke 04 disbanded their 2. managing board member.“


Wie sein Bruder Max hatte Paul Eichengrün für sich und seine Frau Ilse sowie die gemeinsamen Kinder Laura und Werner eine Einreiseerlaubnis in die USA beantragt. Doch auch sie erlitten noch die Pogromnacht in Gelsenkirchen. Zitat: „Als Dr. Eichengrün in der ‚Kristallnacht‘ aus einem Fenster seiner Wohnung heraus die gegenüberliegende brennende Synagoge fotografieren wollte, stürmten SA-Männer, die dieses bemerkten, in die Wohnung, entrissen Paul Eichengrün die Kamera und schlugen ihn fürchterlich zusammen. Daher entschlossen sich Paul und Ilse Eichengrün, [...] [Sohn und Tochter] [...] mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken, um sie dort im sicheren Ausland auf die Weiterreise in die USA warten zu lassen. Im Februar 1939 verließen die beiden Kinder Deutschland und gelangten [...] nach [England], wo sie in Pflegefamilien aufgenommen wurden. [...] Auch das Ehepaar Eichengrün konnte mit Hilfe von Bürgschaften im August 1939, drei Wochen vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, nach Großbritannien ausreisen.“

Just like his brother Max, Paul had applied for a visum to the USA for himself, his wife Ilse and the children Laura and Werner. But they had to stand the pogrom night in Gelsenkirchen. „When Dr. Eichengrün wanted to take a picture out of the window of his house to picture the burning synagoge right across the street, SA-men stormed into the room, wrested the camara away and bet him badly. Therefore Paul and Ilse decided to send their son and daughter to England with a „Kindertransport“ to know them safe while waiting for the journey to the USA. The kids left Germany in february 1939 to England where they got guestfamilies. With the help of pledges the couple could leave Germany in august 1939 to England – only two weeks before the second world war started.


Den Eltern von Ilse Eichengrün gelang es jedoch nicht mehr, aus Deutschland herauszukommen. – Sie wurden 1942 in Theresienstadt bzw. Treblinka ermordet. Pauls Tochter Laura hat die Tragödie ihrer Großeltern sehr berührend kommentiert: „Meine Eltern hatten [...] eine beglaubigte Bürgschaftserklärung, um nach Amerika gehen zu können. Sie hatten eine Quotennummer, um in die USA zu kommen. Die USA hielten sich strikt an diese Quotennummern, sonst hätten sie alle retten können. Meine Großeltern hatten auch eine [ ]. Aber sie kamen um, weil zu der Zeit, als ihre Quotennummer aufgerufen wurde, der Krieg bereits angefangen hatte, und sie kamen nicht mehr heraus.“[3]

The parents of Ilse Eichengrün did not succeed to get out of Germany. They were murdered in Theresienstadt and Treblinka in 1942. Pauls daughter Laura commented very moved on the tragedy of her grandparents: „My parents had a certified pledge to go to America. They had a quote number. The USA hold strictly on to these numbers. Otherwise they could have saved all of them. My grandparents had such a number as well. But when their number was called, the war had started already and they couldn’t get out any more.“


Nachdem Laura und Werner mit einem Kindertransport vorgeschickt worden waren, gelang schließlich auch den Eltern die Flucht über England, wo die Familie bis Oktober 1940 auf die Bewilligung ihrer Einreise in die USA warten musste. Doch die Auswirkungen antisemitischer Diskriminierung verfolgten Dr. Paul Eichengrün bis ins Exil, wie die eingangs zitierte Quelle vor Augen führt: „In den USA konnte Dr. Paul Eichengrün nicht mehr als Zahnarzt arbeiten, die Nazis hatten ihm den Doktortitel aberkannt. Die ‚Mitteilung über die Aberkennung des akademischen Grades‘ der Medizinischen Fakultät Heidelberg wurde im ‚Deutschen Reichsanzeiger und Preußische[n] Staatsanzeiger‘ am 11. Februar 1942 veröffentlicht. So fand er als Zahntechniker Arbeit und Einkommen. Paul Eichengrün starb 1985 [in New York], seine Frau Ilse starb bereits 1960.“[4]

After Laura and Werner were sent away with the „Kindertransport“, the parents succeded to come to England as well. There the family had to wait until october 1940 to be allowed to move to the USA. However, the impact of antisemitic discrimination followed Paul up to his exile: „In the US Paul could not work as a dentist. The Nazis took away his doctoral grade. In the „Deutsche Reichsanzeiger“ of 11th february 1942 it was published that the acadmic grade of the medical faculty of Heidelberg was deprived.“ He worked as a dental technicial and died in 1985 in New York. His wife Ilse died already in 1960.


Unmittelbar durch Folgen des NS-Terrors kamen die drei anderen Eichengrün-Geschwister ums Leben: Dr. Arthur Eichengrün, der aus Rücksicht auf seine nichtjüdische Ehefrau und seine Kinder vor einer Flucht aus Nazi-Deutschland zurückschreckte, schlug eine Stellung in London aus und nahm sich am 10. August 1939 in Stuttgart das Leben. Martha Eichengrün, die 1919 Dr. Alfred Alsberg, Bruder des Firmenteilhabers Max, geheiratet hatte, lebte bis zum 22. Oktober 1941 in Köln, von wo aus sie in das Ghetto von Litzmannstadt / Lodz deportiert wurde und zutode kam. Johanna Eichengrün gelang zwar mit ihrem Mann Curt Mosenthal sowie ihren Kindern Ursel und Hans 1939 die Flucht von Eisenach über England in die USA, wo ihr das Leben aufgrund der Schicksale ihrer Geschwister jedoch so unerträglich wurde, dass sie sich mit knapp 50 Jahren am 8. Februar 1943 im Bundesstaat New York – wie zuvor ihr ältester Bruder – ebenfalls das Leben nahm.

Directly due to the NS terror three of the Eichengrün siblings had to die: Dr. Arthur Eichengrün did not want to flee Germany because of his non-jewish wife and his children. He did not take a position in London and commited suicide on 10th of august 1939 in Stuttgart. Martha Eichengrün who had married Dr. Alfred Alsberg in 1919, the brother of the other owner Max, lived in Cologne until 22th of october 1941. Then she was deported to the Ghetto Litzmannstadt / Lodz and died. Johanna Eichengrün succeded to flee from Eisenach via England to the USA together with her husband Curt Mosenthal and her children Ursel and Hans. But due to the fate of her sibblings, her life seemed unbearable to her and she commited suicide on 8th of february 1943 in New York.


Gestatten Sie mir abschließend noch einige persönliche Worte. Als meine Eltern 1987 eine Wohnung im Dachgeschoss der Villa Eichengrün erwarben, um mir später als Angehörigem der Ruhr-Universität eine Wohnmöglichkeit zwischen Bochum und meiner Geburtsstadt Hagen zu schaffen, war ihnen die Geschichte des Hauses wohl nicht in vollem Umfang bewusst. Zwar war bekannt, dass hier früher die Wittener CDU ihre Geschäftsstelle unterhalten hatte und zuvor das Finanzamt in der Husemannstraße 17 untergebracht war. Von der gesamten Historie der „Villa Eichengrün“ jedoch erfuhr ich erst viel später, und auch von der ‚Arisierung‘ der Villa 1939 samt Unterbringung einer ‚Gau-Frauenschule‘ durch die NSDAP sowie der halbherzigen Entschädigung der überlebenden Vorbesitzer nach Kriegsende war mir lange Zeit nichts bekannt.

Please allow some personal words from me now. When my parents bought the little apartement under the roof of Villa Eichengrün in 1987 to give me a home close to the Ruhr- Universität where I studied and worked, they did not know about all of the history of the house. They knew that here was the office of the Witten-CDU in former times and before that the tax office. The entire story I realized much later as well as the fact that the Villa was „arisised“ in 1939 and the ‚NSDAP-Gau-Frauenschule‘ was placed here. Even the halfhearted compensation of the surviving family members was unknown to me for a long time.


Ohne die Grundlagenforschung von Martina Kliner-Fruck wäre eine umfassende Recherche zur Geschichte der Eichengrüns undenkbar gewesen. Ihr sowie den Stadtarchiven Witten und Gelsenkirchen ist es zu verdanken, dass ich Ihnen und Euch heute einen fundierten Einblick in die Familienhistorie ermöglichen konnte. Martina Kliner-Fruck sowie dem gesamten Team und insbesondere Peter Dembski für die redaktionelle Begleitung des Gedenktafeltextes und Kerstin Glathe als Gedenktafel-‚Patin‘ möchte ich hiermit sehr herzlich dafür danken. Ferner gilt mein Dank der jetzigen Eigentümergemeinschaft, die unsere Gedenktafel durch ihre Unterstützung ermöglicht hat, sowie Nicole Cub für die Produktion der Tafel, die wir gleich gemeinsam enthüllen wollen.

Without the basic research of Dr. Martina Kliner-Fruck it would not have been possible to know more about the history of the Eichengrün-family. I thank her and the archives of Witten and Gelsenkirchen, especially Peter Dembski, for his redactional support of the text of the rememberance plate and Kerstin Glathe as a patron of the „Gedenktafeln“. As well I thank the owner community that supported the idea of a plate and Nicole Cub who produced it.


Schließen möchte ich nun aber mit einem Zitat von Dr. Paul Eichengrüns Tochter Laura, das mich sehr berührt hat. Auch an diesem 9. November nähren ihre Worte die Hoffnung, dass ein Leben – nicht nur Überleben – trotz allem möglich ist. Als sie 2008 vor Schülerinnen und Schülern einer jüdischen Schule in den USA über jenen Kindertransport sprach, der einst ihr Leben rettete, wurde sie gefragt: „Warum lächeln Sie, während Sie uns ihre Lebensgeschichte erzählen?“ Laura erwiderte: „Ich lächle, weil ich glücklich bin.“[5]

I will end with a quote of Paul Eichengrün’s daughter Laura, that touched me very much. On this 9th of november her words feed the hope that a life, not only a surviving, is possible. When in 2008 she talked in front of students of a jewish school in the USA about the „Kindertransport“ that saved her life, she was asked: „why do you smile while talking about this story?“ And Laura answered: „Because I am happy.“


Diese Rede wurde verfasst von Dr. Ulrich Schröder anlässlich des 9. November 2018 auf Grundlage der Forschung von Martina Kliner-Fruck, Stadtarchiv Witten, sowie folgender weiterer Quellen:

Kliner-Lintzen, Martina; Pape, Siegfried. „...vergessen kann man das nicht“: Wittener Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus. Hg. Stadt Witten, Amt für Statistik und Stadtforschung. Verlag Dr. Dieter Winkler. Bochum 1991.

Dahlmann, Hans-Christian. „Arisierung“ und Gesellschaft in Witten: Wie die Bevölkerung einer Ruhrgebietsstadt das Eigentum ihrer Jüdinnen und Juden übernahm. Münster 2001.

Die Rede wurde ins Englische übersetzt von Kerstin Glathe.


[1] Vgl. Jürgen Augstein: „Die Quelle ist jüdisch“, WAZ Witten, 12.09.2008.
[2] www.gelsenzentrum.de/familie_eichengruen.htm
[3] Ebd.
[4] Ebd.
[5] Ebd.

 

Foto: Jörg Fruck