Die 1885 errichtete Wittener Synagoge mit ausgebrannter Kuppel am Morgen des 10. November 1938, Foto: Haarmann, Repro: J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten

Zur Kritik unserer Erinnerungskultur

Das Gedenken an die Novemberpogrome 1938 in Witten Vortrag und Diskussion am 24. Oktober 2018 ab 19:30 Uhr

Die Veranstaltung „Zur Kritik unserer Erinnerungskultur“ thematisiert die Novemberpogrome 1938. Wie könnte ein zeitgemäßes Gedenken daran aussehen, das auch den aktuellen Antisemitismus berücksichtigt? Die Referentinnen und Referenten Ralph Klein, Regina Mentner, Esther Stabenow und Lasse Wichert werden die Diskussion begleiten. Sie werfen auch die Frage auf, ob die seit Jahrzehnten in Witten regelmäßig stattfindenden Gedenkveranstaltungen zum 9./10. November 1938, die einem sich wiederholenden Muster folgen, ritualisiert und wenig reflektiert sind. Die Gefahr bei dieser Form des Gedenkens droht, dass sie zur bloßen Routine erstarrt. Zudem besteht das Risiko, weder auf neue historische Erkenntnisse noch auf die sich gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen zu reagieren, unter denen an die Verfolgung und Vernichtung der Juden Europas erinnert wird. Manche an den Gedenkveranstaltungen Teilnehmenden empfinden diese als rein formal und „gut gemeint“, zumal geschichtsrevisionistische Positionen immer häufiger und unverhohlen in der öffentlichen Diskussion bei gleichzeitiger Zunahme antisemitischer Gewalt eingenommen werden. Und warum wird der Juden als Opfer gedacht und nicht auf die Täter, die doch aus der Wittener Stadtgesellschaft kamen, hingewiesen?

 

Wann: Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19:30 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr
Wo: Trotz Allem, Wideystraße 44, 58452 Witten
Eintritt frei
Veranstalter: Soziokulturelles Zentrum Trotz Allem in Kooperation mit dem Stadtarchiv Witten, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, AG Witten und dem Jugendforum des Jugendrings Witten

 

Bildnachweis: Die 1885 errichtete Wittener Synagoge mit ausgebrannter Kuppel am Morgen des 10. November 1938, Foto: Haarmann, Repro: J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten

„…die Gesinnung der Canaille“ – Zur Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus und zur Erinnerungskultur

Am 9./10. November 1938 griff der antisemitische Mob auch in Witten Jüdinnen und Juden an und brannte die 1885 errichtete Wittener Synagoge nieder, während die Wittener Bevölkerung stillschweigend zusah. Anlässlich dieses traurigen Jahrestags der nationalsozialistischen Novemberpogrome vor 80 Jahren initiierte und konzipierte das soziokulturelle Zentrum „Trotz Allem“ in Kooperation mit dem Stadtarchiv Witten und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Witten eine Veranstaltungsreihe zu den Themen Antisemitismus und Erinnerungskultur. Diese Reihe wird u. a. aus Mitteln des Bundesprogramms „DEMOKRATIE LEBEN“ für das Jugendforum des Jugendrings Witten mit freundlicher Unterstützung des Wittener Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Witten gefördert.

Vorankündigungen

Donnerstag 8.11.2018, 19:30 Uhr: „Die Novemberpogrome 1938 in Witten“, Vortrag von Ralph Klein im Stadtarchiv Witten
Freitag 9. November 2018: 15 Uhr: Erinnern für die Zukunft – Husemannstraße 17 („Villa Eichengrün“);
Freitag 9. November 2018: 16 Uhr: Buchvorstellung mit Lesung (Bibliothek Witten, Lesecafé, Husemannstraße 12);
Freitag 9. November 2018: 18 Uhr: Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge mit Fortsetzung im Gemeindezentrum der Johannis-Kirchengemeinde und u. a. der Ton-Bild-Schau „Darüber weine ich so und mein Auge fließt von Tränen“ von Jörg Fruck.
Ausführlichere Informationen zu den Veranstaltungen folgen.