Die 1885 eingeweihte und am 9. November 1938 zerstörte Wittener Synagoge (rechts) neben dem Ruhr-Gymnasium im Jahr 1911. Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck, Fotosammlung Stadtarchiv

Triumph des guten Willens

Ein politisches Portrait über Eike Geisel. Film in Haus Witten am 12. September 2018 ab 19:30 Uhr

Das Soziokulturelle Zentrum „Trotz Allem“, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Witten und das Stadtarchiv Witten laden für Mittwoch, 12. September 2018, ab 19:30 Uhr zu dem Film „Triumph des guten Willens: Ein politisches Portrait über Eike Geisel“ (Regie Mikko Linnemann, 95 Min., Farbe, Dokumentarfilm 2016) in den Kinosaal von Haus Witten ein. Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „…die Gesinnung der Canaille“ - Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus“, in der es auch um eine kritische Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur in Deutschland gehen soll. Im Anschluss an den Film wird es die Möglichkeit zur Diskussion mit Alex Feuerherdt, einem der Co-Autoren des Films, geben.


Informationen zum Dokumentarfilm

„Triumph des guten Willens“ setzt sich filmisch mit Texten des Journalisten und Publizisten Eike Geisel (geboren 1945 in Stuttgart, gestorben 1997 in Berlin) auseinander. Im Fokus stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine Thesen über die „Wiedergutwerdung der Deutschen“. Geisels Texte aus den 1990er Jahren u. a. über das Holocaust-Mahnmal in Berlin werden mit heutigen Bildern der von ihm beschriebenen Gedenkstätten kontrastiert. Zudem analysieren Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute. Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend zeichnet „Triumph des guten Willens“ ein Bild erinnerungspolitischer Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik. Eike Geisel, der in den 1980er- und 1990er-Jahren zu den schärfsten Kritikern der „Wiederaufbereitung deutscher Vergangenheit“ und eines „deutsch-jüdischen Verbrüderungskitsches“ gehörte, löste durch seine Essays und Polemiken heftige Kontroversen aus. Er war auch als Übersetzer und Herausgeber englischsprachiger Texte der Philosophin Hannah Arendt tätig und publizierte kulturhistorische Arbeiten u.a. über das Berliner Scheunenviertel und den Jüdischen Kulturbund.


Trauriges Jubiläum

Vortrag und Diskussion sind Teil einer Veranstaltungsreihe zum Thema Antisemitismus und Erinnerungskultur. Veranstalter ist das Soziokulturelle Zentrum „Trotz Allem“ in Kooperation mit dem Stadtarchiv Witten und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Witten anlässlich der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938 vor 80 Jahren. Von den gewaltsamen Ausschreitungen im November 1938 waren auch Wittener Jüdinnen und Juden betroffen und die 1885 eingeweihte Wittener Synagoge wurde von Nationalsozialisten niedergebrannt.


Wann: Mittwoch, 12. September 2018, ab 19:30 Uhr, Einlass ab 19:00 Uhr
Wo: Kinosaal Haus Witten, Ruhrstraße 86, 58452 Witten
Eintritt frei

 

Bildnachweis: Die 1885 eingeweihte und am 9. November 1938 zerstörte Wittener Synagoge (rechts) neben dem Ruhr-Gymnasium im Jahr 1911. Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck, Fotosammlung Stadtarchiv