Tagung: Kontingenzmaschinen. Spiel, Regel und Technologie in der Neuen Musik

Kontingenzmaschinen. Spiel, Regel und Technologie in der Neuen Musik

Eine Tagung der Fakultät für Kulturreflexion in Zusammenarbeit mit den Wittener Tagen für neue Kammermusik, 10. Mai 2019

 

9:30     Eröffnung und Einführung

9:45     Performance und Gespräch Jagoda Szmytka

10:45   Pause

11:00   Jonathan Harth: Spielen als Rahmen domestizierter Kontingenz

11:45   Pause

12:00   Leonie Reineke: Wenn a, dann b. Spiele und ihre Regeln in der Neuen Musik

12:45   Mittagspause

13:30   Julia Mihály: Give it to me, engine darling! Live-elektronische

Improvisationsstrukturen

14:15   Pause

14:30   Diskussion Sara Glojnari?, Malte Giesen, Manos Tsangaris

15:30   Ende

 

Musik und Spiel sind auf natürliche Weise miteinander verbunden. Als erstes ist dabei natürlich an das Spielen von Instrumenten zu denken, aber auch die Momente des Ausprobierens, des Experimentierens, des Unwirklichen und des Unernsten. Spiele sind gekennzeichnet durch ein Ineinander von Regeln, die ihre Existenz sichern, und der Unplanbarkeit des Geschehens, die ihr Kern ist und das, was sie interessant macht. Man könnte sagen, dass Spiele Kontingenzmaschinen sind, Generatoren des Unvorhersehbaren. In dieser Hinsicht gibt es eine Vielzahl von Techniken der Neuen Musik, die als Spiele bezeichnet werden können, von Cages Zufallskompositionen bis zu algorithmischen Kompositionsweisen. Selbst serielle Verfahren könnten so als Spieltechniken gefasst werden.

 

Von hier aus kann auch ein Blick auf die Motive und Techniken aus der Welt der Computerspiele geworfen werden, die in den vergangenen Jahren Eingang in die Neue Musik gefunden haben. Auf der einen Seite wurde und wird ein großer Teil der multimedialen Intelligenz der Gegenwart in Computerspiele investiert, so dass sie einen zunehmend selbstverständlichen Horizont beim Einsatz multi- und intermedialer Technologien auch in der Musik bilden, auf der anderen können sie ebenfalls als Techniken der Erzeugung von unplanbaren Räumen gelten, auf die auf jenseits einer offenen und offensichtlichen Anlehnung an ihre Ästhetik kompositorisch zurückgegriffen werden kann.

Die Tagung wird unter Beteiligung von Komponist*innen, Musiker*innen und Theoretiker*innen der Frage nachgehen, auf was für unterschiedliche Weisen Spiele als Techniken des Umgangs mit und der Erzeugung von Kontingenz in der zeitgenössischen Musik eine Rolle spielen.