Maßnahmen zu Instandhaltung und Klimaschutz

    Große Bauprojekte - gerade wenn es um Kulturbauten geht - haben häufig jahrzehntelange Vorläufe von Planung und Konzeption. Das Kulturforum Witten verfolgt seit 2020 die Neugestaltung des gesamten Saalbau-Areals. Zu den konkreten Baumaßnahmen bündeln wir an dieser Stelle die aktuellen Informationen.

    Unser Ziel ist der Erhalt des Saalbau Witten als einladendes, offenes Kulturhaus für Witten, umgeben von einem ökologischen und sozialen Saalbau-Park, der den Stadtpark mit der Innenstadt verbindet.

    Saalbau Witten: Ein Haus der Stadt

    Der Saalbau Witten ist ein charakteristisches Kulturgebäude der 1970er Jahre. Er wurde 1975 eröffnet und liegt fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Der Saalbau ist eingebettet in eines der größten zusammenhängenden Freiflächen- und Grünareale im Wittener Stadtzentrum (rund 39.700 m²). 
    Zur Eröffnung schrieb die WAZ: „Saalbau gehört der gesamten Bevölkerung" – und dieser Anspruch gilt bis heute. Das größte Kulturhaus der Stadt beheimatet jährlich etwa 70.000 Gäste und 250 Veranstaltungen unterschiedlicher Art: Vom Kindertheater über Begegnungsformate, experimentelle Performances des Stadtensembles bis zu den Wittener Tagen für neue Kammermusik, einem der bedeutendsten Festivals für zeitgenössische Musik weltweit.

    Ausgangslage: 50 Jahre Betrieb hinterlassen Spuren

    Der Saalbau wurde über Jahrzehnte gut gepflegt. Aber ein großer Teil der Gebäudetechnik ist genauso alt wie das Gebäude selbst.

    Lüftungsanlage, Heizung, Fenster, Dach und Dämmstoffe – viele dieser Anlagen und Bauteile haben ihre erwartete Lebensdauer bereits überschritten oder stehen kurz davor. Im schlimmsten Fall drohen technische Ausfälle, die den laufenden Betrieb gefährden, z.B. keine Kühlung mitten in der Spielzeit oder eine Heizung, die im Winter ausfällt. Das sind keine theoretischen Szenarien, sondern reale Risiken, mit denen das Kulturforum Witten heute schon umgehen muss.

    Hinzu kommt ein zweites, ebenso dringendes Thema: der Energieverbrauch. Ein Gebäude dieser Größe verbraucht erhebliche Mengen Energie. Als öffentliche Organisation sehen wir uns in der Verantwortung, diesen Verbrauch deutlich zu reduzieren und einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Ziel ist, den Primärenergieverbrauch des Saalbaus um mindestens 50% zu senken und damit zugleich den CO₂-Ausstoß um etwa 40% zu verringern.

    Die Instandhaltung eines Gebäudes dieser Größenordnung kostet viel Geld. Geld, das die Stadt Witten – ebenso wie die meisten Kommunen – nicht aus eigener Kraft aufbringen kann. Hierfür braucht es Fördermittel, die das Kulturforum Witten bereits beantragt hat.

    Dafür wurde ein Antrag auf Fördermittel gestellt im EU-Programm “EFRE - energieeffiziente öffentliche Gebäude”. Dieser Antrag ist am 01.07.2026 bewilligt worden. Damit steht endlich das Geld für die wichtigsten ersten Instandhaltungen zur Verfügung.

    Konkrete Planung: Instandhaltung des Saalbaus 

    Das aktuelle Instandhaltungsvorhaben konzentrieren sich auf die energetischen Schwachstellen des Gebäudes:

    1. Fassade und Dämmung: Die Fassade wird gedämmt. Die architektonische Identität des Saalbaus soll dabei mit einer passenden Gestaltung erhalten bleiben.
    2. Fenster und Lichtkuppeln: Alle ineffizienten Fenster sowie die Lichtkuppeln werden durch neue energieeffiziente Elemente ersetzt, darunter auch die großen Glasfronten im Eingangsbereich.
    3. Heizung: Die alten Brennkessel der Heizungsanlage werden durch Wärmepumpen ersetzt, die Wärmeerzeugung erfolgt also zukünftig effizient über Strom. Durch den Ökostrom der Stadtwerke Witten ist das vollständig mit erneuerbaren Energien möglich.
    4. Lüftung: Die bestehende Lüftungsanlage ist ebenfalls dringend erneuerungsbedürftig. Sie lässt sich mit der aktuell beantragten Förderung (“EFRE - energieeffiziente öffentliche Gebäude”) jedoch nicht fördern und wird daher in einem ersten Schritt mit notwendigen Reparaturen betriebsfähig gehalten. Eine vollständige Erneuerung bleibt ein wichtiges Ziel für eine spätere Phase.

    Die Kosten für diese Kernmaßnahmen sind mit rund 8 Millionen Euro netto berechnet. 

    Perspektivisch werden weitere Investitionen hinzukommen müssen – etwa für eine neue Lüftungsanlage, eine Photovoltaikanlage oder eine Dachbegrünung. Diese werden in einem zweiten Schritt angegangen, sobald die Grundinstandhaltung konkret in der Umsetzung ist.