Double Shift bezeichnet eine zweifache Verschiebung innerhalb der Ausstellung zweier Künstlerpaare: Corina Gertz und Kris Scholz arbeiten beide mit dem Medium der Fotografie, verfolgen dabei jedoch grundlegend unterschiedliche Ansätze und Blickrichtungen. Demgegenüber stehen Carmen Schaich und Alexander Föllenz, deren Arbeiten aus verschiedenen medialen Zugängen heraus entstehen, sich jedoch thematisch und ästhetisch eng miteinander verschränken. Diese sich kreuzenden Arbeitsweisen prägen nicht nur den inhaltlichen Dialog der Ausstellung, sondern strukturieren auch den Raum selbst.
Corina Gertz widmet sich in einem fotografischen Langzeitprojekt Fragen von Identität, Geschichte und Zugehörigkeit. Ihr Fokus liegt nicht auf individuellen Porträts, sondern auf Kleidung als Ausdruck kultureller Prägung. Textile Traditionen erscheinen hier als Trägerinnen von Vielfalt und Individualität.
Kris Scholz fotografiert hingegen Landschaften, Architektur und abstrakte Oberflächen. Neben Bildern kriegs- und umweltzerstörter Städte zeigt er in der Ausstellung Fotoskulpturen: Aus Dias und Negativen komponiert er leuchtende Objekte, die an gotische Fenster erinnern. Scholz hinterfragt damit unsere Sehgewohnheiten und lädt dazu ein, Vertrautes neu zu entdecken.
Carmen Schaich bewegt sich mit ihren Arbeiten zwischen Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Installation. Ausgangspunkt ihres Schaffens sind fragile, verletzliche oder destruktive Momente, die sie transformiert und ästhetisch verdichtet. Daraus entstehen poetische Erzählräume, die sich leise oder mit unmittelbarer Präsenz erschließen und Orte der Stille, Konzentration und Kontemplation eröffnen.
Alexander Föllenz verhandelt in seinen skulpturalen Arbeiten Themen wie Gewalt und Ohnmacht aber auch Begehren und Vergänglichkeit. Er greift dabei spielerisch-ironisch auf Motive aus der Kunstgeschichte zurück, die von antiken Mythen bis zur Popkultur reichen.