Vom 2. bis 4. Mai 2025 fanden zum 57. mal die Wittener Tage für neue Kammermusik statt – ein Festival, das seit 1969 von der Stadt Witten und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR 3) veranstaltet wird und heute zu den international bedeutendsten Plattformen für zeitgenössische Kammermusik zählt.
Auch in diesem Jahr bot das Festival ein vielschichtiges und experimentierfreudiges Programm, das neue Perspektiven auf Musik, Raum und Gemeinschaft eröffnete. Unter dem diesjährigen Motto #Upcycling wurden neue Konzertformate, darunter Intermedia-Konzerte, Kopfhörerkonzerte, Gesprächskonzerte, Orchesterkonzerte und performative Aufführungen rund um Witten gezeigt.
Das waren die Highlights der Wittener Tage in kürze:
Den Auftakt bildete das Projekt #Filter im Saalbau, eine außergewöhnliche Kooperation des Ensemble Musikfabrik mit dem Ensemble Scope. Zu den Höhepunkten zählten auch neue Konzertformate wie das Kopfhörer-Konzert mit dem Kuss-Quartett und der Sopranistin Sarah Maria Sun, das ein besonders Hörerlebnis ermöglichte.
Mit ihrem Auftritt verwandelte das GrauSchumacher Piano Duo zwei Flügel in großformatige Lautsprecher – eine eindrucksvolle Verbindung von Elektronik und Akustik. Das Trickster Orchestra feierte sein Debüt in Witten mit einem Konzert anlässlich des WDR Liminal Music Prize.
Die diesjährige Portrait-Komponistin Cassandra Miller stellte die Frage: wie man aus alten Dingen, schöne neue Dinge macht? Das Vokalensemble Exaudi, Ilya Gringolts, Lawrence Power und Nicolas Altstaedt führten vor, wie das klingt – ganz im Sinne des Festivalthemas.
Ein Festival zum Mitmachen und Mitgestalten
Neben den musikalischen Darbietungen gab es Rahmenprogramme, dass das Festival auch als gemeinschaftlichen Raum erfahrbar machte. Besonders hervorzuheben ist die Gemeinschaftsaktion „Wittener Küche für Alle – Gemeinsam Kochen und Essen “ – eine Aktion, das in der derzeit ungenutzten 200 qm großen Küche des Saalbaus Menschen aus Witten, Artists, Gäste und das Festivalteam zusammenbrachte: zum gemeinsamen Kochen, Essen und Austausch.
Ein weiteres Highlight war der Mitmach-Workshop zur Neugestaltung des Saalbau-Vorplatzes, bei dem gemeinsam mit dem Kollektiv studio formagora aus Münster rund 20 Kleinmöbel entstanden – ein sichtbares Zeichen dafür, wie Musik, Stadtgestaltung und Gemeinschaft ineinandergreifen können.
Die Wittener Tage 2025 zeigten, wie lebendig, offen und überraschend zeitgenössische neue Kammermusik heute sein kann. Mit einem innovativen Programm, vielfältigen Formaten brachte das das Festival spannende Einblicke und Erlebnisse und lud dazu ein, zeitgenössische Kammermusik als gemeinsame Erfahrung zu erleben.
Wir blicken auf drei eindrucksvolle Tage zurück und freuen uns auf das kommende Jahr!
Veranstalter und Förderer
Die Wittener Tage für neue Kammermusik werden vom Kulturforum Witten und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR3) veranstaltet. Die Festivaldurchführung wird unterstützt durch das Goethe-Institut, Impuls neue Musik, die Ernst von Siemens Musikstiftung und die Kunststiftung NRW. Zudem wird das Festival gefördert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.