Foto des Kurpfälzischen Kammerorchester
(c) Ivo Kljuce

Kurpfälzisches Kammerorchester

Leitung: Leo McFall
Solistin: Mariko Hara, Viola


Franz Ignaz Beck: Sinfonie Es-Dur op. 3 Nr. 4
Franz A. Hoffmeister: Violakonzert D-Dur
Johann Stamitz: Sinfonia D-Dur à quattro D21
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 64 A-Dur „Tempora Mutantur“

 

Seit seiner Gründung im Jahr 1952 hat sich das Kurpfälzische Kammerorchester in besonderem Maße der Wiederentdeckung und Pflege der Mannheimer Schule verpflichtet und steht damit unmittelbar in der traditionsreichen Nachfolge der berühmten Mannheimer Hofkapelle zu Zeiten von Kurfürst Carl Theodor (1724-1799). Der modernen, aufgeklärten Geisteshaltung Carl Theodors ist es zu verdanken, dass sich in den Jahren seiner Regentschaft Mannheim und die Kurpfalz auf dem Gebiet der Wissenschaft und Kunst zu einer der innovativsten und fortschrittlichsten Regionen in Deutschland und Europa entwickelten. Besonders im Bereich der Musik gelang es ihm, neue Maßstäbe zu setzten, indem er die besten Komponisten und Instrumentalisten ihrer Zeit – darunter Johann Stamitz und dessen Söhne Anton und Carl, Franz Xaver Richter, Ignaz Holzbauer oder auch Christian Cannabich – an den Mannheimer Hof verpflichtete, die mit ihrem musikalischen Wirken den Weg zu einer neuen Orchesterkultur weisen sollten. In der Tat wäre die klassische Instrumentalmusik, wie wir sie heute kennen, ohne die Arbeit der Kurfürstlichen Hofkapelle und die Errungenschaften der Mannheimer Schule nicht vorstellbar. Mit der Übersiedelung 1778 Carl Theodors nach München endete die glanzvolle Ära kurpfälzischer Musikgeschichte und geriet im Laufe der Zeit zunehmend in Vergessenheit. Erst mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester kehrte die Mannheimer Schule zurück an Rhein und Neckar und wieder in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Durch seine jahrzehntelange, unermüdliche Arbeit – seien es unzählige Konzertauftritte, Rundfunk- und Tonaufnahmen oder auch Werkeditionen – fanden viele bedeutende Werke der Mannheimer Komponisten wieder Einzug in die weltweiten Konzertprogramme. Für Musikfreunde in der ganzen Welt ist die Mannheimer Schule daher untrennbar mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester verbunden, viel mehr noch: es gilt allgemein als das Orchester der Mannheimer Schule.

 

Der Dirigent Leo McFall hat zuerst Klavier, Geige und Bratsche gelernt und gehörte im Jahr 2000 zu den Finalisten des BBC Bundeswettbewerbs Junger Musiker. Nach seinem Musikstudium an der Oxford University studierte er Dirigieren an der Sibelius Academy bei Leif Segerstam und an der Züricher Hochschule der Künste bei Johannes Schlaefli. Während seines Studiums in Finnland gründete Leo McFall sein eigenes Ensemble und leitete darüber hinaus das Sibelius Academy Symphony Orchestra, das Kuopio Symphony Orchestra und die Pori Sinfonietta. Beim Tanglewood Music Festival 2008 erhielt er das „Seiji Ozawa“-Stipendium und wurde ein Jahr später in das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats aufgenommen. 2014 kam er ins Finale beim Wettbewerb „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“ und gewann 2015 den Deutschen Dirigentenpreis. Als Operndirigent war er mehrfach beim Glyndebourne Festival zu erleben, hat zudem Aufführungen von „Otello“, „Falstaff“, „Gianni Schicchi“, „Tristan und Isolde“ und „Rigoletto“ an verschiedenen Häusern geleitet und wird demnächst an der Opera North debütieren. Der junge Brite verbindet ein enges Arbeitsverhältnis mit Bernard Haitink, dem er bei Konzerten mit dem Royal Concertgebouw, dem Chicago Symphony, dem European Union Youth Orchestra sowie den Wiener Philharmonikern assistiert hat. 2009 hat er den Maestro bei einem Konzert mit dem Chicago Civic Orchestra erfolgreich vertreten. Als Assistent arbeitete Leo McFall auch mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Jiˇrí Bˇelohlávek, Harry Bicket und Gérard Korsten zusammen. Derzeit ist er Assistenzdirigent des Gustav Mahler Jugendorchester.

 

Mariko Hara wurde 1984 in Tokio geboren, wo sie im Alter von fünf Jahren ersten Geigenunterricht an der Toho Musikschule erhielt. 2005 wechselte Mariko zur Viola, nachdem sie die Bratscherin Nobuko Imai kennenlernte. Bei ihr sowie bei Antoine Tamestit und Steven Isserlis vervollkommnete sie ihre Ausbildung. Als Solistin konzertierte Mariko Hara u.a. mit dem Japan Philharmonic Orchestra und den Duisburger Philharmoniker. Rezitals führten sie in renommierte Konzertsäle in Tokio, Genf, London, Verona und Washington. Sie erhielt Einladungen von Internationalen Musikfestivals wie z.B. Verbier, Kuhmo, IMS Prussia Cove oder Luzern. Mariko Hara ist eine begeisterte Kammermusikerin und musizierte z.B. mit Philippe Graffin, Martti Rousi, Steven Isserlis oder dem Tokyo Quartett. Von 2004 bis 2010 war sie Mitglied des „Jupiter Quartet“. Ein Dokumentarfilm des Japanischen Fernsehens, in dem das Quartett drei Jahre lang bei seinen Aktivitäten begleitet wurde, gewann den renommierten „Galaxy Award“ in Japan. Mariko Hara erhielt verschieden Stipendien und Förderungen, so z.B. von der „Hugo de Senger Foundation“, der „Rohm Music Foundation“, der „Mozart Gesellschaft Dortmund“ und der „Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung“. Im März 2013 erschien Mariko Haras Debüt-SACD „Fantasie“ beim Label ARS Produktion. Zahlreiche Rundfunkanstalten sendeten die neue Aufnahme mit begeisterten Kommentaren, und die internationale Fachpresse überschlug sich mit Superlativen. „Brilliante Bratsche: Egal, ob Schumann, Brahms oder Hindemith, alles da: Emotionen, Klangfarben, Wille zu Ausdruck und Gestaltung“, schrieb beispielsweise das Schweizer Magazin „Musik & Theater“ im Juni 2013. „Absolut bemerkenswert!“, resümierte die Wiener Zeitung am 4. Juli 2013 und bereits im Mai 2013 beendete die Zeitschrift AUDIO eine hervorragende Rezension mit den Worten: „Mariko Hara: ein vielversprechendes Talent.“

 

Termin

Dienstag, 19.12.2017, 19:30 Uhr

Eintrittskarten und Vorverkauf

Eintritt: ab 26,50 € + Geb.
VVK: Saalbaukasse und Online-Ticket-Shop sowie an allen bekannten CTS-VVK-Stellen

Veranstaltungsort

Saalbau Witten
Bergerstraße 25
58452 Witten

Veranstalter

Kulturforum Witten

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